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Wird Griechenland als Urlaubsziel zu teuer?

Tourismus

Kreta, Rhodos und Co.: Wird jetzt Griechenland als Urlaubsziel zu teuer?

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    Gerade die Deutschen lieben es, in Griechenland Urlaub zu machen. Der Balos Strand, oder die blaue Lagune, wie er oft genannt wird, ist einer der schönsten Strände Kretas.
    Gerade die Deutschen lieben es, in Griechenland Urlaub zu machen. Der Balos Strand, oder die blaue Lagune, wie er oft genannt wird, ist einer der schönsten Strände Kretas. Foto: Philipp Holzhey

    Die griechische Tourismusbranche hatte für dieses Jahr erneut mit einem Rekord gerechnet. Vor allem Inseln, wie Kreta, Mykonos oder Rhodos sind bei Urlaubern beliebt. Doch nicht nur der Krieg mit Iran könnte den Hoteliers in Hellas einen Strich durch die Rechnung machen. Auch die steigenden Preise entwickeln sich zunehmend zum Problem.

    Urlaub auf Kreta und Co.: Die Deutschen stellten die größte Besuchernation in Griechenland

    2025 erzielte Griechenland bereits den dritten Besucherrekord in Folge: Fast 38 Millionen ausländische Urlauber reisten in das Mittelmeerland — 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders beliebt ist Griechenland bei deutschen Touristen: Ihre Zahl stieg gegenüber 2024 überdurchschnittlich um 10,2 Prozent. Damit stellten die Deutschen die größte Besuchernation.

    Noch vor wenigen Wochen deutete alles auf ein weiteres Rekordjahr hin. Reiseveranstalter und Hoteliers meldeten steigende Buchungen, Fluggesellschaften bauten ihre Kapazitäten aus. Inzwischen hat sich die Stimmung eingetrübt. Das Ostergeschäft – die Orthodoxe Kirche feiert dieses Jahr eine Woche später als Katholiken und Protestanten – dürfte schwächer ausfallen als erwartet.

    Zwar ist Griechenland bislang, anders als etwa Zypern oder die Türkei, nicht Ziel iranischer Raketen- oder Drohnenangriffe geworden. Doch die Entwicklung der Sommerbuchungen hängt stark davon ab, wie lange der Konflikt andauert, wie sich der Ölpreis und die Inflation entwickeln.

    Griechenland-Urlauber aus Indien und China geben viel mehr Geld aus

    Besonders besorgt ist die Branche, dass Reisende aus den USA und Kanada das östliche Mittelmeer wegen der unsicheren Lage meiden könnten. Auch Touristen aus wichtigen Wachstumsmärkten in Asien – etwa Indien und China – bleiben möglicherweise aus. Gerade diese Gäste sind besonders begehrt, da sie im Schnitt deutlich mehr Geld ausgeben als europäische Urlauber.

    Hinzu kommt der Anstieg des Ölpreises, der Flugreisen verteuert. Für Griechenland ist das ein ernstes Problem, denn das Land gehört ohnehin zu den teuersten Urlaubszielen im Mittelmeerraum. Das bestätigt eine Studie der Deutschen Stiftung für Zukunftsfragen, die kürzlich auf der Internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin vorgestellt wurde.

    Griechenland-Tourismus im Vergleich: So viel kostet im Schnitt ein Urlaub in Spanien

    Demnach gaben deutsche Reisende im vergangenen Jahr durchschnittlich 1872 Euro für einen Griechenland-Urlaub aus. Der Mittelwert für 17 untersuchte europäische Destinationen lag mit 1596 Euro deutlich niedriger. Noch günstiger sind Reisen innerhalb Deutschlands mit durchschnittlich 1.170 Euro. Ein Urlaub in Spanien kostete Deutsche im Schnitt 1760 Euro, in Frankreich 1732 Euro und in Italien 1672 Euro. Übrigens: Selbst die Türkei, lange als preiswertes Reiseziel bekannt, lag 2025 mit 1766 Euro inzwischen auf einem ähnlichen Niveau wie Spanien. Die Angaben beruhen auf einer Repräsentativbefragung von 3000 Personen im Alter von über 18 Jahren im Dezember 2025 und Januar 2026.

    Experten führen die hohen Preise in Griechenland vor allem auf die seit drei Jahren stark steigende Nachfrage zurück. Sie ermöglichte den Hoteliers Preiserhöhungen, die deutlich über gestiegene Kosten und höhere Steuern hinausgehen. Branchenkreisen zufolge planen viele Betriebe in den kommenden zwei Jahren weitere Aufschläge von fünf bis acht Prozent. Reiseveranstalter halten diese Forderungen, die weit über der Inflation liegen, für überzogen.

    Tourismus in Griechenland: Auch Albanien entwickelt sich zum Konkurrenten

    Sollte der Griechenland-Boom nachlassen, könnten die hohen Preise zum Wettbewerbsnachteil werden, warnen Marktbeobachter. Touristen weichen dann möglicherweise auf günstigere Alternativen aus – etwa Kroatien, wo ein Urlaub im Durchschnitt rund 1303 Euro kostet. Auch Albanien entwickelt sich zunehmend zum Konkurrenten und lockt mit Preisen, die bis zu 40 Prozent unter dem griechischen Niveau liegen.

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