Die Landshuter Europahütte markiert einen besonderen Punkt in den Zillertaler Alpen: Sie liegt unmittelbar auf der historischen und politischen Grenze zwischen Nord- und Südtirol und damit zwischen Österreich und Italien. Hier treffen nicht nur wichtige alpine Routen aufeinander – durch die Hütte zieht sich auch die Staatsgrenze zwischen beiden Ländern.
Geschichte der Landshuter Europahütte: Teilung nach Ende des Ersten Weltkriegs
Ende des 19. Jahrhunderts errichtete die Sektion Landshut des Alpenvereins auf dem südwestlichen Kamm des Kraxentrager (2999 Meter) eine Schutzhütte. Die 16.000-Friedensmark-teure Berghütte wurde 1899 eingeweiht und entwickelte sich in kürzester Zeit zu einer der wichtigsten Berghütten der Region. Bereits in den Jahren 1902 und 1903 wurde die Hütte das erste Mal erweitert.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs blieb das damals noch „Landshuter Hütte“ genannte Berghaus für rund ein Jahrzehnt unbewirtschaftet – nach Ende des Krieges im Jahr 1918 verlegte die Internationale Grenzkommission die Staatsgrenze so, dass diese nun durch die Hütte verlief. Der östlichste Anbau der Hütte blieb in Österreich, der restliche Gebäudeteil lag fortan auf italienischem Gebiet.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs verfiel die Hütte erneut. Ab 1953 wurde zumindest der österreichische Teil wieder instand gesetzt. Aufgrund der politisch instabilen Lage in Südtirol wurde die Landshuter Hütte 1966 erneut geschlossen. 1972 wurde der österreichische Teil der Hütte erneut in Betrieb genommen, seit 1999 bewirtschaften der Deutsche Alpenverein und der Club Alpino Italiano die Hütte gemeinsam. Mittlerweile trägt die ehemalige Landshuter Hütte den Namen Europahütte. Die Grenze zwischen Italien und Österreich verläuft mitten durch den Gastraum der Berghütte.
Lage der Landshuter Europahütte
Die Europahütte liegt auf einer Höhe von 2693 Metern auf einem schmalen Geländerücken oberhalb der österreichischen Ortschaft Gries am Brenner und dem Pfitschtal auf italienischer Seite. Die Europahütte ist über die Weiler Kematen, Platz und St. Jakob in drei bis vier Stunden erreichbar. Von Venn dauert der Aufstieg ebenfalls rund vier Stunden, von Vals dagegen fünf bis sechs Stunden.
Ausstattung der Landshuter Europahütte
In der Landshuter Europahütte gab es zuletzt insgesamt 65 Schlafplätze in Mehrbettzimmern und in einem Matratzenlager. Der Winterraum bot zuletzt Platz für zehn Personen. Die Hütte ist üblicherweise von Mitte Juni bis Ende September bewirtschaftet. Aufgrund von Umbauarbeiten ist die Europahütte auch im Jahr 2026 geschlossen. Dies betrifft aktuell ebenso den Winterraum.
Tourenmöglichkeiten rund um die Landshuter Europahütte
Bekannte Gipfel, die von der Landshuter Europahütte erreichbar sind:
- Kraxentrager mit 2999 Metern
- Wildseespitze mit 2733 Metern
- Wolfendorn mit 2774 Metern
Zudem ist die Landshuter Europahütte das Ziel der ersten Etappe des Tiroler Höhenweges, der sich mit einer Länge von 130 Kilometern von Mayrhofen in Tirol bis nach Meran in Südtirol erstreckt. Von der Landshuter Europahütte sind auch das Pfitscher-Joch-Haus, die Geraer Hütte, die Hochfeilerhütte und die Olpererhütte erreichbar.
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