Es gibt erneut schlechte Wintersport-Nachrichten aus Österreich: Am Freitag (20. Februar) starben vier weitere Menschen durch Lawinen. Zahlreiche weitere Skifahrer und Snowboarder wurden laut Polizei teilweise schwer verletzt. Alle verunglückten Personen waren in Vorarlberg oder Tirol abseits der Piste als sogenannte „Freerider“ unterwegs gewesen.
Hier lesen Sie die Meldungen der Polizei im Überblick:
Drei Menschen sterben nach Lawine am Arlberg in Tirol
Im Skigebiet St. Anton fuhren fünf Freerider gegen 15 Uhr im Bereich des Gampbergs im freien Skiraum. Auf etwa 2000 Metern an der sogenannten „Gertrud-Gabl-Rinne“ – einem sehr steilen Nordhang – löste sich ein Schneebrett, welches alle fünf Skifahrer erfasste und mitriss. Zeugen wählten den Notruf und so begann eine große Suchaktion – leider mit tragischem Ende.
Zwei Personen, ein US-Amerikaner und ein Pole konnten nur noch tot aus der Lawine geborgen werden. Ein 21-jähriger Österreicher wurde an der Unfallstelle reanimiert und in die Klinik Innsbruck geflogen, wo er wenig später verstarb.
Ein 23-jähriger Niederländer wurde schwer verletzt und mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus Zams geflogen. Ein 19-jähriger Ire wurde von dem Schneebrett mitgerissen, aber nicht verschüttet. Er erlitt lediglich leichte Verletzungen.
Die massive Lawine war etwa 450 Meter breit, verteilte sich über den kompletten Hang und hatte eine Sturzbahnstrecke von circa einem Kilometer. Im Auslaufbereich stauten sich mehrere Lawinenkegel mit mehreren Metern Ablagerungshöhe.
Snowboarder stirbt in Vorarlberg unter Lawine
Im Skigebiet Sonnenkopf in Vorarlberg hat ein 39-jähriger Snowboardfahrer an einem 40 Grad steilen Hang gegen 15.30 Uhr ein Schneebrett ausgelöst, von dem er etwa 250 Meter mitgerissen und vollständig verschüttet wurde.
Sein 47-jähriger Begleiter setzte umgehend einen Notruf ab und begann mit der Suche. Aufgrund der erheblichen Lawinengefahr wurde er von einem Rettungshubschrauber unverletzt geborgen. Der Verschüttete konnte schließlich durch die Einsatzkräfte eines Polizeihubschraubers in einer Tiefe von 1,35 Metern geortet und ausgegraben werden. Die Reanimation verlief jedoch erfolglos, der 39-Jährige verstarb an der Unfallstelle.
Zwölf Wintersportler von Lawine in Tirol verschüttet
Im Skigebiet Kappl erfasste eine Lawine gegen 12.30 Uhr zwölf Personen im Alter von 18 bis 43 Jahren. Unter ihnen waren zehn Deutsche. Drei Menschen wurden komplett verschüttet, sechs Personen teilweise.
Es startete eine große Suchaktion unter Beteiligung der Bergrettungen See und Kappl, Lawinenhunden, vier Notarzthubschraubern, der Bergbahn und der Skischule Kappl, 52 freiwilligen Helfern und der Alpinpolizei. Noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte konnten jedoch alle Verunglückten per Kameradenrettung aus der Lawine befreit werden.
Eine Person erlitt bei dem Lawinenunfall eine schwere Verletzung am Bein. Sie wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Eine weitere Person erlitt eine Hüftprellung.
Lawine reißt Neuseeländer mit – Bergungsversuch muss abgebrochen werden
Gegen 14.45 Uhr war ein Vater-Sohn-Duo aus Neuseeland im Skigebiet SchIick in Telfes im Stubaital unterwegs. Im freien Skiraum löste sich währenddessen eine Lawine und riss den 25-jährigen Sohn etwa 200 Meter mit. Der Neuseeländer kam bewusstlos in der Sturzbahn zu liegen, erlangte aber selbstständig wieder das Bewusstsein.
Ein Bergeversuch mit dem Polizeihubschrauber musste witterungsbedingt abgebrochen werden. Also wurde der 25-Jährige von der Alpinpolizei und der Mannschaft der Bergrettung Vorderes Stubai und Neustift sowie einem Bergrettungshundeführer ins Tal transportiert. Er wurde mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung in die Klinik Innsbruck gebracht.
Lawinen-Airbag rettet 19-Jährigem das Leben
Im Skigebiet Hochfügen war gegen 11 Uhr eine neunköpfige Freerider-Gruppe unterwegs, als ein Mitglied der Gruppe – ein 19 Jahre alter Deutscher – von einer Lawine mitgerissen und komplett verschüttet wurde.
Er konnte allerdings rechtzeitig seinen Lawinenairbag auslösen, weshalb seine Begleiter ihn ausgraben konnten. Der junge Mann wurde daraufhin im Krankenhaus untersucht und unverletzt entlassen.
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