Erst dribbeln, dann lesen, dann wieder kicken: So kann Leseförderung aussehen, wenn sie spielerisch auf die Interessen der Kinder zugeschnitten wird. In Niedersachsen verbindet das Projekt „Anpfiff fürs Lesen“ Fußballtraining mit kleinen Leseübungen. Kinder springen über Hütchen, sammeln Buchstaben, bilden Sätze oder lesen Geschichten, in denen es um Tore, Teams und Freundschaft geht. Danach rollt dann wieder der Ball.
„Anpfiff fürs Lesen“: Lesenlernen im Fußballtraining
Die Idee dahinter ist simpel, aber effektiv: Wer Grundschulkinder für Fußball begeistert, kann sie darüber auch für Bücher gewinnen. Das Besondere daran: „Anpfiff fürs Lesen“ bildet regelmäßige Lerngemeinschaften, meist in Kooperation zwischen den Schulen und Fußballvereinen. Das Projekt will die pädagogische Kompetenz von Fußball- und Grundschullehrern auf einen Nenner bringen. Das Lesenlernen wird beim Fußballtraining von den Kindern dann nicht mehr als stationäre Arbeit im Klassenzimmer verstanden, weil es in spielerische Bewegung eingebettet ist. Aus der Lesenachhilfestunde wird ein Fußballtraining – aus dem Buch ein Teil des Spiels.
Ähnliches Projekt in Bayern: Der „Lese-Kick“
Auch in Bayern gibt es die Verbindung von Ball und Buch. Der „Lese-Kick“ läuft nach Angaben des Bayerischen Fußballverbands bereits seit mehr als zehn Jahren und wird unter anderem von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur getragen. Das Format ist aber etwas anders angelegt als das in Niedersachsen: Hier stehen eher einzelne Workshops im Mittelpunkt. Sieben- bis 15-jährige Kinder lesen, schreiben oder diskutieren mit Autorinnen und Autoren und gehen anschließend mit zertifizierten DFB-Trainern auf den Fußballplatz. Der Gedanke bleibt trotzdem derselbe: Fußball senkt die Schwelle zum Lesen.
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