Die norwegische Monarchie hat es momentan nicht einfach: Da ist der uneheliche Regentinnensohn, der seit Dienstag vor Gericht steht – der Vorwurf: vierfache Vergewaltigung, Körperverletzung, Drogenmissbrauch. Da ist die schwer erkrankte Kronprinzessin, deren Zustand sich rapide verschlechtert. Und da ist Jeffrey Epstein, mit dem Letztere über Jahre engen Kontakt gepflegt haben soll.
Vor einem Vierteljahrundert heiratete die bürgerliche Mette-Marit Tjessem Høiby in die Kreise des Hochadels. Auf einem Musikfestival lernte sie den norwegischen Kronprinzen Haakon kennen. Die Funken sprühten, sie verliebten sich. Aber der frischen Liebe stand eine empörte Öffentlichkeit entgegen: Dass die zukünftige Kronprinzessin eine Bürgerliche war, konnte man noch verzeihen. Dass sie einen unehelichen Sohn mit in die Beziehung brachte und eine von Drogen bewegte Vergangenheit vorzuweisen hatte, das ging dann doch zu weit.
Die kranke Prinzessin von Norwegen
Die Beziehung konnte das nicht erschüttern. „Ich war noch nie so schwach und noch nie so stark. Mette-Marit, ich liebe dich!“, manifestierte der Kronprinz auf der Hochzeit. Auch König Harald und Königin Sonja stellten sich hinter das neue Familienmitglied. Die Beliebtheitswerte von Mette-Marit stiegen. Mit Haakon bekam sie zwei weitere Kinder – eine harmonisch-royale Musterfamilie. Mette-Marit etabliert einen humanitären Fonds, wird Sonderbotschafterin der UN-Aidshilfe und Schirmherrin des norwegischen Roten Kreuzes.
Doch 2018 wird die Kronprinzessin krank. Diagnose: eine progressiv verlaufende Lungenfibrose – in fast allen Fällen tödlich. Erst vergangenen Dezember teilte das Königshaus mit, dass eine Lungentransplantation unvermeidbar wäre. Zusätzlich wird die royale Familie von Skandalen erschüttert. Als das US-Justizministerium Ende Januar neue Akten des Falls „Epstein“ offenlegte, tauchte Mette-Marits Name etwa 1000-mal in diesen auf. Sie soll mit dem Sexualstraftäter gut befreundet gewesen sein. Er schickte ihr Blumen, sie schrieb E-Mails mit „In Liebe, Mm.“ Heute sei ihr das „peinlich“.
Mette-Marit Sohn Marius Borg Høiby steht vor Gericht
Außerdem muss sich ihr Sohn Marius Borg Høiby wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht verantworten. Die Familie belaste das stark, erklärte das Prinzenpaar der norwegischen Presse. „Wir haben uns entschieden, im Gerichtssaal nicht anwesend zu sein.“ Stattdessen gibt die 52-Jährige an, zum Start des Prozesses privat zu verreisen. Auch Kronprinz Haakon hat andere Termine.
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