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Nadelattacken in Frankreich & Deutschland in Clubs

Needle Spiking

Nadelattacken beim Feiern: Festnahmen in Frankreich – erste Fälle auch in deutschen Clubs

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    Needle Spiking ist weitaus unauffälliger als K.-o.-Tropfen, die in Drinks geträufelt werden – denn im Gedränge bleiben die Täter unsichtbar.
    Needle Spiking ist weitaus unauffälliger als K.-o.-Tropfen, die in Drinks geträufelt werden – denn im Gedränge bleiben die Täter unsichtbar. Foto: Andrea Warnecke, dpa (Symbolbild)

    Ein kurzer Piks, und kurz darauf dreht sich alles. Das ist, was über 100 feiernden Franzosen und mehr als tausend Briten passiert ist. "Needle Spiking" nennt sich der gefährliche Trend, der nun auch in Deutschland angekommen scheint.

    Es war ein Konzert am Strand des französischen Toulon, bei dem die Festnahme am Wochenende stattfand: Ein 20-Jähriger soll rund 20 Besucher mit einer Nadel oder Spritze gestochen haben. Zwei Frauen konnten den jungen Mann identifizieren. Ihm wird schwere und vorsätzliche Waffengewalt vorgeworfen, so die französischen Ermittler. Eine der betroffenen Frauen musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bei den anderen Konzertbesuchern lösten die Nadelattacken Panik aus. Die Polizei musste eingreifen.

    Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit: Needle Spiking macht junge Frauen wehrlos

    Zuvor gab es ähnliche Vorfälle auf einem Festival in Belfort im Osten Frankreichs. Hier haben mehrere Jugendliche Angriffe gemeldet. Sieben Menschen klagten nach dem Festival über Stichverletzungen. Kurz darauf wurde ein Mann in Vic-Fezensac festgenommen. Die Motive der beiden Männer sind bislang unklar.

    Spiking ist der englische Begriff für mit sogenannten Vergewaltigungsdrogen präparierte Drinks. Beim Needle Spiking werden die Substanzen per Nadelstich zugeführt. Die Opfer klagten über Übelkeit, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen oder Schwindel. Zudem entdecken sie unerklärliche Einstichstellen an ihrem Körper.

    Die französischen Behörden raten Opfern, ein Blutbild erstellen zu lassen. Einem Teil der Betroffenen wurden präventive Behandlungen gegen HIV und Hepatitis verschrieben.

    Needle Spiking: erste Nadelattacken auch in Deutschland

    Der gefährliche Trend ist nun auch nach Deutschland übergeschwappt: Zunächst hatte die Sängerin Alison Lewis über solche Angriffe berichtet. Im nordrhein-westfälischen Werl klagten zwei Feiernde über Einstiche und gesundheitliche Beschwerden. Dann gab es einen weiteren Fall von "Needle Spiking" im legendären Berliner Club Berghain. Die Opfer sollen über eine Spritze unter Drogen gesetzt worden sein. Die Clubkommission Berlin nehme die Berichte sehr ernst. Es müsse alles dafür getan werden, um solche Angriffe zu verhindern, heißt es.

    Wie die Angriffe in Deutschland abgelaufen sind, ist bisher nicht nachvollziehbar. Und: Bei allen Fällen seien bei der medizinischen Untersuchung der Opfer keine verdächtigen Substanzen gefunden worden. Auch Täter wurden bislang keine gefasst.

    Nadelattacken in Clubs: Über 1000 Fälle in Großbritannien nach Pandemie

    Los ging es mit den Nadelattacken in Großbritannien. Den Höhepunkt erreichten die Attacken 2021, als die Clubs nach der Pandemie wieder öffneten. Hier gibt es auch bis heute die meisten Fälle von Nadelangriffen: 1382 Anzeigen nahm die britische Polizei in diesem Zusammenhang allein in der zweiten Jahreshälfte 2021 entgegen. In 14 Fällen kam es nach den Attacken zu weiteren Vergehen wie sexuellen Missbrauch oder Diebstahl. Auch hier nahm die Polizei mehrere Verdächtige fest.

    In Belgien wurde nach 24 Fällen ein Festival abgebrochen.

    Im Sommer 2021 wurden dann die ersten Attacken in Frankreich registriert. Gehäuft haben sich die Fälle aber erst kürzlich, im Frühjahr 2022. Seitdem kam es zu 130 Anzeigen. 80 Prozent der Opfer seien junge Frauen, so die Behörden.

    Die Vorfälle trüben die Feierstimmung – und damit erneut die Laune der Club-Besitzer, die nach zwei Jahren Zwangspause erst wenige Monate wieder öffnen dürfen.

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