Und es geht doch, mit ein bisschen guten Willen auf allen Seiten. Sicher, wurde schon mal mehr gebaut. Klar, günstiger war es früher auch. Und stimmt schon, wirklich gute und bezahlbare Handwerker bleiben ein rares Gut. Aber hey, wer wirklich will, der findet seinen ganz persönlichen Traumort zu einem passablen Preis.
Jedenfalls ist die ehemalige DDR-Entmagnetisierungsstation (was das ist, bitte selber googeln) „Ostervilm“, eine marode Ostseeplattform vor Rügen, unter den Hammer gekommen. Nach 20 Geboten war das gute Stück für 60.000 Euro versteigert. Nachbarn stören nicht, weil: So was gibt es an dieser Stelle des Greifswalder Boddens nicht. Die Möwen müssen zwar absehbar noch lernen, dass jetzt nicht mehr alles erlaubt ist. Ein klein wenig was an Kompromissen muss man eingehen. Aber insgesamt haben wir ein gutes Gefühl: Das hier – obwohl Mecklenburg-Vorpommern – kann wirklich was werden.
Den Zuschlag hat das österreichische Unternehmen McCube bekommen, das auf modulare Fertighäuser spezialisiert ist. Die liefern „schlüsselfertig“ und „sofort wohnbereit“. Zwar soll auf den rund 250 Quadratmetern eher eine Kultur- und Veranstaltungsräumlichkeit entstehen. Auch Hochzeiten seien denkbar, heißt es. Das aber muss ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Wir stellen uns jedenfalls ein schönes Eigenheim vor. Der Wind pfeift romantisch, bisschen Abenteuer ist, wenn es stürmischer wird. Ansonsten aber hat man seine Ruhe, einen feinen Fernblick, die Kita ist gleich auf Rügen und – wie der Bäcker – ruckzuck mit dem Jetski zu erreichen. Hin und wieder fährt ein russisches U-Boot vorbei.
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