Wer hätte gedacht, dass der Vatikan einmal mit seinem Latein am Ende sein würde? O tempora! Aber die alten Römer konnten schließlich nicht ahnen, dass dereinst ein Papst aus den USA über „Künstliche Intelligenz“ schreiben würde. Vom Internet wussten sie auch noch nichts. Kurzum: Der Vatikan hat ein Problem.
Ihm fehlen für die Übersetzung der ersten Enzyklika von Leo XIV. ins Lateinische die passenden lateinischen Wörter für die modernen Begriffe, die der technologische Fortschritt mit sich gebracht hat. „Mehrere Latinisten“ mühten sich daher „unter Hochdruck“ daran ab, Neologismen, sprich Wortneuschöpfungen, zu erfinden, heißt es. Das Lehrschreiben soll in seiner lateinischen Fassung ja kein Leerschreiben werden.
Vom instrumentum computatorium zur intellegentia artificialis
Und da der Papst mit seinen 70 Jahren jung ist – für einen Papst – und einige Lehrschreiben verfassen wird, nimmt möglicherweise ein neues Berufsbild Gestalt an: das des Lateinische-Enzyklika-Begriffe-Erfinders. Noch ist es nicht so weit. Noch stellt man sich die unter Hochdruck stehenden Vatikan-Latinisten mit rauchenden Köpfen in dunklen Vatikan-Kammern vor. Künstliche Intelligenz? „Intellegentia artificialis“! Das war simpel. Aber: Mobiltelefon? Digitale Plattformen? Cybermobbing?
Kommt Zeit, kommt Übersetzung. Als Inspiration könnte ihnen der Blick in Asterix-Bände dienen. Oder in ein Wörterbuch, das vor Jahrzehnten vom Vatikan herausgegeben wurde: das Lexicon recentis Latinitatis. Darin findet sich der „Computer“ (instrumentum computatorium). Sowie, sehr modern: „Flirt“ und „Hotpants“. Übersetzt als „amor levis“ (leichte Liebe) und „brevissimae bracae femineae“ (überaus kurze weibliche Hose).
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