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Papst Franziskus im Krankenhaus: Ein Blick in seine exklusive Kranken-Suite

Vatikan

Die exklusive Kranken-Suite des Papstes

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    Für Papst Franziskus ist keine baldige Entlassung aus dem Gemelli-Krankenhaus in Sicht.
    Für Papst Franziskus ist keine baldige Entlassung aus dem Gemelli-Krankenhaus in Sicht. Foto: Alessandra Tarantino, AP/dpa

    Über mangelnden Affekt kann sich Papst Franziskus nicht beschweren. Am Dienstag hissten Anhänger im römischen-Gemelli-Krankenhaus einen Banner mit der Aufschrift: „Wir brauchen dich heute mehr denn je, Franziskus“. Mitglieder der christlichen Arbeiterbewegung in Italien hatten es im Stockwerk unter der Abteilung aufgehängt, in der der Papst inzwischen seit zwölf Tagen wegen einer beidseitigen Lungenentzündung behandelt wird. Am Dienstagmorgen teilte der Vatikan mit, der Papst habe die ganze Nacht über gut ausgeruht. Am Montag war von einer „leichten Verbesserung“ seines Gesundheitszustands die Rede gewesen. Das Krankheitsbild sei aber immer noch „komplex“. Abends hatte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin ein Rosenkranzgebet auf dem Petersplatz mit Hunderten Gläubigen geleitet.

    Im Krankenhaus wurde für den Papst eine ganze Etage freigemacht

    Im Gemelli-Klinikum steht dem Papst eine eigene Etage zur Verfügung, es handelt sich um ein Privat-Appartement mit Krankenzimmer nur für den Papst. Wenn der nicht da ist, steht der Trakt im zehnten Stock des Klinikums leer. Nachdem Papst Johannes Paul II. sich bei einem seiner letzten Krankenhausaufenthalte im Jahr 2005 den Gläubigen vom Klinik-Fenster aus zeigte und die Klinik im Scherz als „dritten Vatikan“ bezeichnete, wurde der Ausdruck zum geflügelten Wort in Rom. Neben dem richtigen Vatikan am Petersdom, der von Franziskus ignorierten Sommerresidenz Castel Gandolfo, ist das Gemelli-Klinikum eine Art dritter Stützpunkt der Päpste.

    Während Karol Wojtyla bei seinen zahlreichen Krankenhausaufenthalten regelrechte Audienzen gab und damit den regulären Krankenhausbetrieb durchaus auf den Kopf stellte, will der heutige Patient Austerität, auch was Besuche angeht. Seine Ärzte Luca Carboni und Sergio Alfieri fordern absolute Ruhe für Franziskus. Bekannt wurde allein eine Visite der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die den Papst vor einer Woche 20 Minuten lang besuchte. Dabei soll der 88-Jährige der Premierministerin lachend die Worte anvertraut haben: „Ich weiß, dass da draußen einige meinen, meine Stunde sei gekommen. Sie haben es immer auf mich abgesehen.“ 

    Papst Franziskus hat trotz des kritischen Zustands wohl weiter gute Laune

    Seine gute Laune soll Franziskus auch nach dem kritischen Wochenende nicht verloren haben. Am Samstag noch litt der Papst unter schwerer Atemnot, wurde beatmet, bekam Bluttransfusionen, eine leichte Niereninsuffizienz wurde diagnostiziert. Der Krankenhauskaplan verursachte Panik, als er bei einem Gebet in der Klinik dazu aufrief „Hoffnung gegen alle Hoffnung“ zu haben. Bei ihren täglichen Besuchen im zehnten Stockwerk, werden die Ärzte am Eingang der ganz in weiß gehaltenen Papst-Suite vom Sicherheitspersonal der Schweizer Garde und der Vatikangendarmerie vorbeigelassen. Auch die Gemelli-Klinik beschäftigt eigenes Sicherheitspersonal. Hinter dem Eingang tut sich ein sparsam möblierter Komplex mit ingesamt acht Räumen auf. 

    Der erste Raum rechts ist eine kleine Kapelle mit Gebetsbänken und einem hölzernen Kreuz an der vorderen Wand. Links gegenüber befindet sich die Küche, in der Speisen eigens für Franziskus zubereitet werden. Der Papst ernähre sich normal, hieß es am Dienstag. Hinter der Kapelle liegt ein erster Aufenthaltsraum, genannt „salottino“, also kleines Wohnzimmer. Hier können sich Besucher oder Mitarbeiter aufhalten. Gegenüber links liegt das Sekretariat, in dem die engsten Mitarbeiter des Papstes arbeiten. Franziskus unterzeichnet dieser Tage Bischofsernennungen, hat seine Sekretäre aber angehalten, im „ersten“ Vatikan zu bleiben.

    Franziskus hat das Kranksein der Päpste weiter normalisiert

    Schräg gegenüber befindet sich das Krankenzimmer, in dem Franziskus liegt, natürlich ein Einzelzimmer mit Bad, WC und Fernseher. Die Fenster mit fast immer heruntergelassenen Jalousien gehen auf den Eingangsbereich der Klinik. Die Ärzte können sich in einem Besprechungsraum gegenüber beraten. Die letzten beiden Räume der Suite bilden ein Zimmer für das Sicherheitspersonal und ein weiterer Aufenthaltsraum, genannt „salotto“.

    Die Kranken-Suite war nach dem Attentat für Johannes Paul II. 1981 eingerichtet worden, damals ein unerhörter Schritt. Franziskus hat das Kranksein der Päpste weiter normalisiert. Auf seine Anweisung hin wird die Öffentlichkeit täglich mit einem detaillierten Bullettin informiert, das der Papst vor Veröffentlichung persönlich kontrolliert. Früher, auch unter Franziskus, wurden Eingriffe oder Behandlungen vom Vatikan oft heruntergespielt. Nun soll alle Welt detailliert teilhaben an den päpstlichen Leiden.

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