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Papst Leo XIV.: Erster Heiligabend als Oberhaupt mit neuen Schwerpunkten

Kirche

Wie feiert Papst Leo XIV. sein erstes Weihnachten im Vatikan?

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    Papst Leo XIV. betet vor einer Weihnachtskrippe.
    Papst Leo XIV. betet vor einer Weihnachtskrippe. Foto: Alessandra Tarantino, AP/dpa

    Die Weihnachtskrippe kann im Vatikan auch ein politisches Statement sein. Das war vor allem in den 12 Jahren unter Papst Franziskus der Fall. Da konnte es schon mal vorkommen, dass in der offiziellen Vatikankrippe Josef, Maria und das Jesuskind in einem Boot unterwegs waren und Josef einen ertrinkenden Flüchtling aus dem Wasser rettete. Das war 2013 der Fall, Franziskus lag das Schicksal der Flüchtlinge stark am Herzen. Im vergangenen Jahr wurde das Jesuskind auf einem sogenannten Palästinensertuch gebettet, was als solidarische Geste mit dem unterdrückten Palästinenser-Volk und als Provokation gegenüber Israel interpretiert wurde.

    Dieses Jahr wird die offizielle Vatikan-Krippe vor der Audienzhalle im Vatikan mit einer „ganz normalen“ heiligen Familie und einer hochschwangeren Jungfrau Maria inszeniert. Exegeten erklären dies mit einer Rückkehr zu katholischen Kernbotschaften unter Papst Leo XIV. Der ließ es sich bei der Einweihung vergangene Woche nicht nehmen, auf die 28 000 Farbbänder hinzuweisen, die die Krippe schmücken. Die Bänder stünden „für ein Leben, das dank Gebeten und der Unterstützung katholischer Organisationen für viele bedürftige Mütter vor einer Abtreibung bewahrt wurde“, erklärte der Papst. Weihnachten als Appell zum Schutz des Lebens, das hat es unter Franziskus so nicht gegeben.

    Franziskus hielt der Kurie eine Gardinenpredigt, Leo drückt Wertschätzung aus

    Sein im Mai gewählter Nachfolger Leo XIV. begeht nun sein erstes Weihnachten als Papst. Dass sich Akzente verändert haben, war bereits zu beobachten. Leo will die Gräben zuschütten, die sich während des Pontifikats seines Vorgängers aufgetan haben. Der Ton hat sich insgesamt grundlegend verändert. Das wird etwa am Montag zu bemerken sein, wenn Leo XIV. vor Weihnachten die römische Kurie empfängt. Franziskus hielt 2014 eine Gardinenpredigt und diagnostizierte dem Verwaltungsapparat 15 „Krankheiten“. Leo hingegen hat den Mitarbeitern seine Wertschätzung bereits kurz nach Amtsantritt mitgeteilt. 

    Auch wäre Franziskus niemals von der Zeitschrift Vogue in die Liste der 55 am besten angezogenen Personen des Jahres aufgenommen worden. Leo hingegen, der feine Soutanen vorzieht und auch am Weihnachtstag wieder den Mozetta genannten Schultermantel umwerfen wird, zählt dieses Jahr dazu. Ganz im Sinne eines spirituellen Führers ermahnte der gebürtige US-Amerikaner jedoch, man solle sich vor Weihnachten nicht „von der Hektik der Vorbereitungen mitreißen lassen“. 

    Der offizielle Kalender sieht für Leo XVI. am 24. Dezember die Teilnahme an der um 22 Uhr beginnenden Christmette im Petersdom vor. Am Weihnachtstag feiert der Papst morgens ab 10 Uhr die Heilige Messe ebenfalls in Sankt Peter und begibt sich anschließend auf die Mittelloggia des Petersdoms, von wo er wie kurz nach Amtsantritt den Segen Urbi et Orbi erteilen wird. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wird Leo XIV. das Angelusgebet auf dem Petersplatz sprechen. Das offizielle Programm sieht dann erst wieder die Teilnahme am Te Deum zum Jahresende am 31. Dezember in Sankt Peter vor. Es ist gut möglich, dass der Papst die Zwischenzeit für einen Kurzaufenthalt in der päpstlichen Residenz im 30 Kilometer von Rom entfernt gelegenen Castel Gandolfo nutzen wird.

    Feiert Leo XIV. Weihnachten im Kreise seiner Augustiner-Freunde?

    Wie Leo XIV. privat Weihnachten feiern wird, darüber gibt es bislang nur Spekulationen. Bislang wohnt Robert Francis Prevost in der Wohnung, die ihm bereits als Kardinal und Chef des Dikasteriums für die Bischöfe zur Verfügung stand. Sie befindet sich im Gebäude der Glaubenskongregation, unmittelbar südlich des Petersplatzes. Dort könnte also in der Heiligen Nacht oder am Nachmittag des Weihnachtstages die päpstliche Weihnachtsfeier stattfinden. Alternativ vermuten Insider, dass sich Leo XIV. an Weihnachten in die gegenüber der Glaubensbehörde liegende Zentrale des Augustinerordens begeben könnte. Prevost war von 2001 bis 2013 Generaloberer des Ordens und pflegt dort bis heute Freundschaften und enge Kontakte.

    Mit dabei sein werden dann vermutlich die beiden Privatsekretäre, der peruanische Priester Edgard Rimaycuna sowie der neu berufene Italiener Marco Billeri. Möglich ist auch, dass die vier Augustinermönche bei der Weihnachtsfeier dabei sind, die Leo XIV. für seine WG im Apostolischen Palast ausgewählt hat. Dorthin, an den traditionellen Wohnsitz seiner Vorgänger, will der Papst umziehen, sobald die Sanierungsarbeiten in der päpstlichen Wohnung im 3. Stock des Palazzo abgeschlossen sind. Die Wohnung stand während des zwölf Jahre dauernden Pontifikats von Franziskus leer, der Argentinier lebte im Gästehaus Santa Marta. Vor allem die Installationen und Sanitäranlagen sollen durch den Leerstand in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Der Umzug ist für Anfang 2026 vorgesehen.

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