Seit Montag, dem 13. April 2026, um 00.01 Uhr streiken die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa-Gruppe. Der Ausstand soll nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bis Dienstag, den 14. April 2026, um 23.59 Uhr andauern. Besonders hart trifft der Arbeitskampf den Flughafen Frankfurt, an dem bereits zum Auftakt des Streiks hunderte Flugverbindungen gestrichen wurden. Für Reisende bedeutet das vor allem Wartezeiten, Umbuchungen und Unsicherheiten bei der Reiseplanung.
Pilotenstreik am Flughafen Frankfurt: Welche Flüge sind betroffen?
Wie die Hessenschau berichtet, werden während des zweitägigen Streiks täglich voraussichtlich mehrere hundert Flüge ausfallen. Zitiert wird auch VC-Präsident Andreas Pinheiro. Er rechnet damit, dass – ähnlich wie beim letzten Streik im März 2026 – rund 80 Prozent der geplanten Kurzstreckenflüge der Kernmarke Lufthansa gestrichen werden müssen. Das entspreche etwa 400 Flugausfällen pro Tag. Bereits am Montag wurden laut Hessenschau allein am Flughafen Frankfurt am Main 560 Starts und Landungen abgesagt.
Vom Streik betroffen sind nicht nur Pilotinnen und Piloten der Deutschen Lufthansa AG, sondern auch Beschäftigte der Lufthansa Cargo AG, der Lufthansa Cityline GmbH sowie der Eurowings GmbH, erklärt die Gewerkschaft VC. Bei Eurowings gilt der Streikaufruf allerdings nur für Montag. Hier sind sämtliche Flüge betroffen, die von deutschen Flughäfen aus starten.
Trotz der weitreichenden Einschränkungen bleiben einige Flugverbindungen vom Streik verschont. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten nimmt die Gewerkschaft bestimmte Langstreckenflüge bewusst von den Maßnahmen aus. Dazu zählen Verbindungen von Lufthansa und Lufthansa Cityline nach Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Diese Flüge sollen regulär stattfinden.
Streik am Frankfurter Flughafen: Warum streiken die Piloten?
Hintergrund des erneuten Streiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und der Arbeitgeberseite der Lufthansa. Die Vereinigung Cockpit wirft der Lufthansa vor, in mehreren Tarifkonflikten keine ernst zu nehmenden Angebote vorgelegt zu haben. Nach Angaben der Gewerkschaft gebe es weder bei Lufthansa noch bei Lufthansa Cargo ein akzeptables Angebot zur betrieblichen Altersversorgung. Bei Lufthansa Cityline liege kein tragfähiger neuer Vergütungstarifvertrag vor. Das Angebot von Eurowings zur Altersversorgung bezeichnet die Gewerkschaft als „inakzeptabel“. Es bewege sich „auf einem derart niedrigen Niveau, dass es diesen Namen kaum verdient“.
Ob die Streiks zur Einigung verhelfen, muss sich zeigen. Die Lufthansa zeigte sich während der Arbeitsniederlegung der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO, die am Freitag, dem 10. April 2026 gestreikt hatten, unnachgiebig. Personalvorstand Michael Niggemann bezeichnete die Streiks in einer Pressemeldung als „verantwortungslos“. „Gerade auch in einer Zeit, in der wir mit geopolitischen Herausforderungen umgehen müssen wie extremen Kerosinpreisentwicklungen und großen Unsicherheiten für die kommenden Monate“, sagte er und forderte UFO stattdessen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Pilotenstreik bei Lufthansa: Worauf sollten sich Reisende am Flughafen Frankfurt einstellen?
Nicht für alle Reisenden vom Flughafen Frankfurt hat der Streik Auswirkungen. Die Lufthansa empfiehlt Passagieren aber, ihren Flugstatus vor Reiseantritt regelmäßig online zu überprüfen. Nach Angaben des Konzerns wurde für die Streiktage bereits ein Sonderflugplan eingerichtet. Reisende, deren Flug dennoch gestrichen wurde, können kostenlos umbuchen oder sich den Ticketpreis erstatten lassen. Bei annullierten Lufthansa-Inlandsflügen besteht außerdem die Möglichkeit, das Flugticket kostenfrei gegen eine Fahrkarte der Deutschen Bahn einzutauschen.
Übrigens: Am 23. April 2026 nimmt der Frankfurter Flughafen den neu erbauten Terminal 3 in Betrieb. Außerdem soll es ab Herbst 2026 zwei neue Direktverbindungen von Frankfurt in andere wichtige Städte geben.
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