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Queen Elizabeth II.
13.09.2022

Wie Camilla die Frau an der Seite von König Charles wurde

Lange Zeit war Camilla unbeliebt. Als "Rottweiler" wurde sie beschimpft. Mittlerweile hat sich ihr Image ins Positive gewendet.
Foto: Victoria Jones, dpa/PA Wire

Camilla wurde lange verachtet und bildete eine Art Gegenpol zur Königin der Herzen, Diana. Nach dem Tod von Queen Elizabeth II. ist Camilla jetzt Königsgemahlin.

Als sich King Charles III. und seine Frau Camilla am vergangenen Freitag in der Öffentlichkeit vor dem Buckingham-Palast zeigten, stieg die 75-Jährige als Erste aus dem schwarzen Rolls-Royce. Einige Meter hinter dem neuen Monarchen schüttelte sie Hände und sprach mit den Menschen. In der Innenstadt von Edinburgh wurde das Paar diese Woche mit Beifall empfangen. Dass Camilla einmal die Frau an der Seite des Königs würde, war jedoch nicht selbstverständlich. Einst als „Rottweiler" beschimpft, dauerte es Jahrzehnte, bis sie von Britinnen und Briten akzeptiert wurde. Jetzt erhielt sie den Titel „Queen Consort", Königsgemahlin. Wie war dieser Wandel möglich?

Es ist ein ikonisches Foto von Camilla und Charles, geschossen in den 1970er-Jahren. Er trägt ein rotweißes Polo-Shirt, sie ein rotes Oberteil. Sie stehen sich gegenüber und scheinen in ein Gespräch vertieft. Das Bemerkenswerte an diesem Bild ist Camillas Haltung. Sie wirkt gelassen, kommuniziert mit Charles auf Augenhöhe. Es sei genau das gewesen, was er immer an ihr geschätzt habe, schreibt Penny Junor in ihrem Buch „The Duchess: The untold Story“. Sie sei nie eingeschüchtert gewesen, habe ihn nicht angehimmelt. Stattdessen war sie natürlich und freundlich.

Menschen versammeln sich, um die Prozession des Sarges von Königin Elizabeth II. vom Palace of Holyroodhouse zur St. Giles Cathedral auf der Royal Mile zu sehen.
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Queen Elizabeth II: So nimmt Schottland Abschied von der britischen Königin
Foto: Odd Andersen, dpa/AFP Pool/AP

Camilla ist laut einer Umfrage besonders bei Babyboomer-Generation beliebt

Die zweite Ehefrau von Prinz Charles wird mittlerweile auch von den Briten respektiert. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov ist sie insbesondere bei der Babyboomer-Generation beliebt. Wie Charles, schätzen sie die Menschen mittlerweile für ihren Charakter und haben Sie als die Frau an seiner Seite akzeptiert. In der Öffentlichkeit zeigt sie sich seit Jahrzehnten freundlich, humorvoll und direkt. Es komme gut an, dass man bei ihr weiß, woran man ist, betonen Beobachter.

In den 90er-Jahren hatten die Menschen in Großbritannien jedoch einen anderen Eindruck von ihr. Camilla sei eine Art „Anti-Heldin“ gewesen, erklärte Kulturwissenschaftlerin Imke Polland-Schmandt, die an der Universität Gießen zum Bild der Royals in den britischen Medien forscht, gegenüber dieser Zeitung. Über Jahrzehnte hinweg wurde sie als der negative Gegenpol zu Diana, der Prinzessin der Herzen, gesehen. Camilla war, die Frau, die ein Märchen zerstört und eine schöne, romantische Liebe torpediert hatte.

Charles und Camilla zeigen sich in der Öffentlichkeit nach dem Tod von Diana

Im Sommer 1997 starb Diana im Alter von nur 36 Jahren in der Folge eines Autounfalls in Paris. Während die Welt um die beliebte Prinzessin von Wales trauerte, führten Camilla und Charles ihre Beziehung fort – allerdings nicht offiziell. Ein Jahr später sah man das Paar dann immer öfter bei Veranstaltungen, im Theater und bei Feierlichkeiten. Im Jahr 2005 wurde ihre Verbindung dann auch vor dem Staat besiegelt. Sie gaben sich im Rathaus von Windsor das Ja-Wort. Die Fotos von der Hochzeit vermitteln ein Bild, das sich bis heute gehalten hat: das eines glücklichen, einander zugewandten Paares. Die Queen, die der Beziehung lange Zeit skeptisch gegenüberstand, akzeptierte sie schließlich.  

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Um das Bild von Camilla auch in der Öffentlichkeit zu verbessern, habe man für sie ein neues Image erschaffen, erklärte Polland-Schmandt. Denn jedes Mitglied der Familie habe eine bestimmte Rolle zu erfüllen. Ihren Ruf maßgeblich verbessert habe unter anderem ihre Wohltätigkeitsarbeit, sagte Pauline MacLaran, die sich in ihrem Buch „Royal Fever“ intensiv mit dem Bild der königlichen Familie befasst hat, gegenüber dieser Zeitung.

Queen Elizabeths Wunsch für nach ihrem Tod: Camilla soll Queen Consort werden

Geholfen habe laut MacLaran auch, dass sie zurückhaltend ist und Kontroversen vermeidet. Denn: „Frauen, die sich in den Vordergrund drängen, haben es in der königlichen Familie schwer.“ Außerdem habe Camilla an ihrem Stil gearbeitet, betont die Marketing-Expertin. Früher habe sie als altmodisch gegolten, heute achte sie sehr auf ihre Frisur und ihre Kleidung. So lobten Medien sie zuletzt beispielsweise für ihr Outfit, welches sie beim Gottesdienstes zu Ehren der Queen anlässlich des 70. Thronjubiläums in der St.-Pauls-Kathedrale im Zentrum London trug: „Sie sah glänzend aus“, war zu lesen. Camilla ist so zu einem Vorbild geworden – insbesondere für Frauen in ihrem Alter.  

Trotz allen Lobes, dass Camilla im Fall von Charles‘ Besteigung des Throns Queen Consort würde, widerstrebte vielen Britinnen und Briten. Vergangene Woche war jedoch klar: Sie wird nicht, wie einst von Charles als Kompromiss vorgeschlagen „Princess Consort“, sondern Queen Consort sein. Damit folgte Charles auch den Vorstellungen seiner verstorbenen Mutter Königin Elizabeth II. Denn diese hatte im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich ihres 70. Thronjubiläums betont, dass es ihr „aufrichtiger Wunsch“ sei, dass Camilla diesen Titel tragen werde.  

Charles sagte in seiner emotionalen Rede an die Nation am Freitag im Buckingham-Palast, dass er auf die liebevolle Hilfe seiner „geliebten Frau“ zähle. „Ich weiß, dass sie die Anforderungen ihrer neuen Rolle mit unerschütterlicher Pflichterfüllung erfüllen wird.“ König zu sein, ist eine einsame Aufgabe. Camilla ist die Richtige, um ihn dabei zu unterstützen, finden viele Britinnen und Briten.  

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