Ein kurzer Gag in der Satiresendung „heute-show“ entwickelte sich zum öffentlich ausgetragenen Promi-Streit. Im Zentrum stehen dabei „heute-show“-Moderator Oliver Welke und Schlager-Legende Howard Carpendale. Letzterer reagierte auf einen Witz über seine Fans aus der ZDF-Sendung vom 24. April 2026 ungewöhnlich scharf.
Schlager-Star Howard Carpendale wütend über Witz: „Menschen, die sich nicht wehren können“
In der Satiresendung ging es an diesem Abend neben anderen Themen um Künstliche Intelligenz (KI) und Pflegeroboter. Ob sein Job als Satiriker durch KI gefährdet sei, fragte sich Welke. In diesem Zusammenhang erlaubte sich der Moderator eine Spitze gegen das Publikum von Carpendale-Konzerten. „So ein Pflegeroboter, der muss doch altersgerechte Witze erzählen. So was wie: Was hat hundert Beine und riecht nach Urin? Die erste Reihe im Howard-Carpendale-Konzert“, sagte Welke. Im Studio wurde gelacht. Der 80-jährige Sänger hingegen verstand in dieser Sache keinen Spaß.
Kurze Zeit später meldete sich Carpendale per Instagram-Video zu Wort. Darin wandte sich der Schlager-Sänger, der erst kürzlich seine Bühnen-Rente verschoben hatte, persönlich an Welke und kritisierte den Moderator der „heute-show“ sowie dessen Team hart.
„Sag mal, spinnst du?“, fragte Carpendale in Richtung des Moderators. „Ich hätte nie gedacht, dass du diese Tendenzen hast, Menschen anzumachen, die sich gar nicht wehren können.“ Seine Fans, so machte der Sänger deutlich, seien keineswegs eine Zielscheibe, sondern „sehr feine Leute“. Tatsächlich kann sich Carpendale auf eine treue Anhängerschaft verlassen: Nach eigenen Angaben besuchten allein in den vergangenen vier Wochen rund 150.000 Menschen seine Konzerte.
Man merkte dem Schlager-Star die Enttäuschung an. Den Witz bezeichnete er als „asi-mäßig“. Auch die Kreativität der Autoren stellte er infrage. „Der Witz ist uralt. Rede mit deinen Schreiblingen. Die haben keine Ahnung“, sagte Carpendale.
Wayne Carpendale: „Satire schlägt nach oben“
Unterstützung bekam der Schlager-Sänger auch von seiner Familie. Sein Sohn Wayne Carpendale veröffentlichte ebenfalls das Video seines Vaters auf Instagram und kommentierte es mit den Worten: „Schäm dich, Oliver.“ In der Beschreibung des Videos zitierte er außerdem den Schriftsteller Kurt Tucholsky: „Was darf die Satire? Alles.“ Wer ihn zitiere, sollte aber auch den Rest gelesen haben, betont Wayne Carpendale. „Satire schlägt nach oben. Sonst ist sie einfach nur armselig“, beendet Wayne Carpendale seine Gedanken dazu.
Oliver Welke verteidigt Schlager-Witz: Kontext der Sendung entscheidend
Ob sich die Sache klären lässt, muss sich zeigen. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte Howard Carpendale jedenfalls: „Bevor sich Oliver Welke nicht bei meinen Fans und den Zuschauern dieser Shows entschuldigt hat, will ich keinen Kontakt mehr haben. Bis dahin gibt es nichts mehr zu besprechen.“
Auch Welke selbst äußerte sich zu dem Vorfall. Der Moderator betonte gegenüber Bild, dass der Kontext der Sendung entscheidend sei. In der entsprechenden Passage habe zunächst ein Pflegeroboter einen schlechten Witz erzählt. Seine eigene Pointe sei bewusst als „noch schlechterer“ Witz angelegt gewesen. „Dafür brauchten wir einen Schlager-Sänger, den jeder kennt.“ Tatsächlich sei er selbst noch nie bei einem Howard-Carpendale-Konzert gewesen, räumt Welke ein. „Aber ich wette, dass da wohlriechende Menschen jeden Alters sitzen.“
Übrigens: Witziger dürften Schlager-Fans wohl die Videos der Polizei Westhessen finden. Diese begeisterten nämlich mit Schlager-Hits gegen Verbrechen.
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