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Schottland: Einst einsamstes Schaf „Fiona“ bringt Zwillinge zur Welt

Großbritannien

Es sind Zwillinge: Das "einsamste Schaf Großbritanniens" hat Nachwuchs bekommen

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    Fiona galt einst als das „einsamste Schaf Großbritanniens“. Doch das ist jetzt vorbei: Das Tier hat Zwillinge bekommen.
    Fiona galt einst als das „einsamste Schaf Großbritanniens“. Doch das ist jetzt vorbei: Das Tier hat Zwillinge bekommen. Foto: Dalscone Farm

    Die schwarz-weißen Lämmer tapsen noch etwas unsicher über das Stroh. Ihre Mutter beugt sich zu dem erst wenige Tage alten Nachwuchs hinab und leckt ihm zärtlich über das Fell. Diese eigentlich alltägliche Szene erzählt von einer außergewöhnlich glücklichen Wendung. Denn noch vor wenigen Jahren stand Fiona, einst als „Großbritanniens einsamstes Schaf“ bekannt, abgeschieden auf einer Küstenabschnitt in Schottland – bis ihre Rettung weltweit Schlagzeilen machte.

    Vor wenigen Tagen brachte Fiona in einem Streichelzoo in Südschottland zwei gesunde Lämmer zur Welt – ein Männchen und ein Weibchen. Rund neun Stunden dauerten die Wehen, ein Tierarzt begleitete die Geburt. Danach erholte sie sich rasch. „Es geht ihr großartig. Sie war ein Superstar“, sagt Ben Best, Manager der Dalscone Farm im schottischen Dumfries. Auch der süße Nachwuchs entwickelt sich prächtig. „Jetzt stellen wir nur sicher, dass es ihnen gut geht und sie gesund sind – und dass auch Fiona weiterhin bei guter Gesundheit ist“, erklärt Best.

    Fionas Geschichte begann an einem Ort, der kaum weiter entfernt sein könnte von dieser geschützten Umgebung, in der sie jetzt zu Hause ist. Mehr als zwei Jahre lang lebte das Tier auf einem schmalen Kiesstreifen am Cromarty Firth, einem Meeresarm in den schottischen Highlands, gefangen zwischen aufragender Felswand und Wasser. 2021 entdeckte eine Kajakfahrerin das Schaf zum ersten Mal, zwei Jahre später stand es noch immer dort. Schließlich unterstützten Zehntausende Briten eine Petition, die Fionas Rettung forderte.

    Fionas ungeschorenes Fell schützte sie bei der Rettung wie ein Polster

    Denn Fiona trug die Wolle von mehreren Jahren mit sich herum. Das schwere, verfilzte Fell brachte zusätzliches Gewicht, das für Schafe gefährlich werden kann. Wäre sie auf dem unebenen Untergrund auf den Rücken gefallen, hätte sie möglicherweise nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen können – für die Tiere oft ein tödliches Szenario.

    Während der Besitzer eine Bergung lange Zeit als zu gefährlich einschätzte, wagte eine Gruppe erfahrener Farmer im November 2023 schließlich die Rettung. In einen Futtersack aus Segeltuch gehüllt, zogen sie Fiona Schritt für Schritt den Hang hinauf, vorbei an Felsen, Büschen und Bäumen. Dabei half ihr ausgerechnet ihr ungeschorenes Fell, das wie ein schützendes Polster wirkte. Schafscherer Cammy Wilson verglich es später mit einer „Matratze“.

    Schaf Fiona im Jahr 2023: Da war sie noch auf einem schmalen Kiesstreifen in den schottischen Highlands gefangen.
    Schaf Fiona im Jahr 2023: Da war sie noch auf einem schmalen Kiesstreifen in den schottischen Highlands gefangen. Foto: Animal Rising

    Nach ihrer Rettung wurde Fiona dann geschoren; Fotos zeigen sie inmitten eines goldgelben Wollteppichs. Ihr neues Zuhause sollte die Dalscone Farm werden, wo man sie behutsam wieder an Artgenossen gewöhnen wollte. Doch Tierschützer protestierten zunächst gegen die Unterbringung im Streichelzoo und warnten vor „Ausbeutung“. Die Farm brachte Fiona daraufhin zeitweise an einem geheimen Ort unter. Heute jedoch scheint sich die Aufregung gelegt zu haben. Eine Attraktion ist Fiona allerdings geblieben. Die Farm bringt Fans von Fiona regelmäßig durch Youtube-Videos auf den neuesten Stand. 

    Fiona hatte gewissermaßen vergessen, wie man ein Schaf ist

    Reibungslos ist die Eingewöhnung auf der Farm allerdings nicht verlaufen, wie der Manager berichtet. „Sie kommt nicht so gut mit der Gesellschaft anderer Schafe klar. Ich glaube, das liegt daran, dass sie über zwei Jahre allein unten an der Klippe verbracht hat. Sie hat gewissermaßen vergessen, wie man ein Schaf ist“, sagt Best. Mehrfach habe man versucht, sie mit unterschiedlichen Artgenossen zusammenzubringen. „Wir haben sie zu mehreren Tieren gestellt, mussten sie aber wieder herausnehmen, weil es einfach nicht richtig funktioniert hat.“

    Im vergangenen Jahr fiel deshalb die Entscheidung, dass Fiona eigene Lämmer bekommen sollte. Man befürchtete, sie könnte zu alt für eine erste Geburt werden, wenn man noch länger warte. Während der Trächtigkeit wurde sie so eng begleitet wie vermutlich kaum ein anderes Schaf zuvor, so Best. Am Ende der langen Geburt lagen zwei gesunde Jungtiere im Stroh. Seither bestimmt der Rhythmus der Neugeborenen den Alltag im Stall, und für Fiona hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen.

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