Ihre Hauptrolle im Disney-Film „Camp Rock“ machte Demi Lovato mit 16 Jahren zum Vorbild für Jugendliche auf der ganzen Welt. Wenig später wird das Mädchen aus Texas koksen, um im Showgeschäft dazu zu gehören, sagt sie. Nach zahlreichen Entzügen zeigt sich die Sängerin heute angekommen. Über ihr Album „Holy Fvck“, das am Freitag, einen Tag vor ihrem 30. Geburtstag, erschienen ist, sagt sie: „Niemals war ich mir selbst und meiner Musik sicherer.“
Für viele Kinderstars kam nach dem frühen Erfolg der tiefe Fall
Mit ihrem Lebenslauf zwischen Sucht und Exzessen scheint Lovato sich in eine Reihe von Kinderstars einzufügen. Britney Spears, Macaulay Culkin, Lindsay Lohan. Für sie alle kam nach dem frühen Erfolg der tiefe Fall. Lovato berichtet über eben diesen Fall in gleich zwei Dokumentationen „Simply Complicated“ (2017) und „Dancing with the Devil“ (2021). Was dazwischen lag? Die schlimmste Nacht ihres Leben, wie Lovato vergangenes Jahr im Interview mit dem US-Fernsehsender CBS erzählt: „Ich musste sterben, um aufzuwachen.“
„I’m so sorry, I’m not sober anymore“ (Es tut mir leid, ich bin nicht mehr nüchtern), sang sie im Juni 2018. Zwei Monate später: eine Überdosis. Mehrere Schlaganfälle und ein Herzinfarkt waren die Folge. Doch nicht nur das, sagt Lovato in ihrer zweiten Dokumentation: „Ich wurde ausgenutzt.“ Ihr Dealer habe Sex mit ihr gehabt, als sie von Drogen betäubt war, und sie dann „zum Sterben liegen gelassen“.
Lovato outete sich als non-binär
Diese und weitere schmerzhafte Erinnerungen verarbeitete Lovato im gleichnamigen Album zur Doku. Ihr Vater, ein Alkoholiker, habe ihre Mutter misshandelt. Im Alter von zehn Jahren, als sie ihre erste Fernsehrolle in der Kinderserie „Barney und seine Freunde“ hatte, plagten sie nach eigener Aussage Suizidgedanken. Vergangenes Jahr outete Lovato sich außerdem als nicht-binär, sie identifiziert sich also weder ausschließlich weiblich noch männlich: „Das geschieht nach viel Heilung und selbstreflexiver Arbeit.“ Mittlerweile nutzt Lovato auch die weiblichen Pronomen sie/ihr wieder. Sie habe „eine fluide Persönlichkeit“, sei in erster Linie Mensch, wie sie im Podcast „Spout“ erklärt.
Neues Album heißt "Holy Fvck"
Mit „Holy Fvck“ will sie ihre Zeit der Popmusik begraben und zurück zum Rock. Im Interview mit Late-Night-Show-Moderator Jimmy Fallon sagt sie: „Ich will zurück zu meinen Wurzeln.“