Tirol ist bekannt für seine wilde Natur und imposante Berge. Doch das raue und romantische österreichische Bundesland hat auch kulinarisch einiges zu bieten. Wer zwischen Kitzbühel und St. Anton am Arlberg unterwegs ist, sollte diese traditionellen Gerichte nicht verpassen. Sie sind einfach lecker und typisch Tirol:
- Graukäse
- Schlutzkrapfen
- Tiroler Gröstl
- Moosbeernocken
- Kiachl
- Brandenberger Prügeltorte
- Kirchtagskrapfen
Tiroler Graukäse
Der Tiroler Graukäse war einst ein typisches Arme-Leute-Essen, heute ist er eine echte Tiroler Spezialität. Der Sauermilchkäse schmeckt säuerlich und würzig und wird mit zunehmender Reife immer schärfer im Geschmack. Kenner lieben den Tiroler Graukäse mit Essig, Öl, Zwiebeln und einigen Gewürzen mariniert. Außerdem kommt er in diversen Tiroler Spezialitäten vor – darunter Kaspressknödel oder Zillertaler Krapfen. Mit viel Butter passt er auch hervorragend zu einem dunklen Brot.
Schlutzkrapfen
Schlutzkrapfen gehören zu Tirol wie die Berge. Die Teigtaschen sind den italienischen Ravioli nicht unähnlich und werden in Italien deswegen Ravioli Tirolesi genannt. Der Teig der Schlutzkrapfen, die häufig auch einfach nur als Schlutzer bezeichnet werden, besteht typischerweise aus Roggen- und Weizenmehl. Gefüllt sind sie zum Beispiel mit Kalbs- oder Rinderfleisch, Kartoffeln, Spinat oder sogar Roter Bete.
Je nach Region ist häufig eine andere Zubereitung üblich. Zu den Schlutzern wird oftmals nur geschmolzene Butter und Käse, z. B. Parmesan, gereicht.
Tiroler Gröstl
Tiroler Gröstl sind häufig ein Resteessen – wer aber denkt, dass es deswegen weniger lecker ist als der beliebte Sonntagsbraten, liegt gehörig daneben. Gröstl werden meist aus gekochten Kartoffeln und Rind- oder Schweinefleisch zubereitet. Davor werden gehackte Zwiebeln und Speck mit ausreichend Butterschmalz angeröstet. Salz, Pfeffer, Majoran, Kümmel und Petersilie sorgen für den passenden Geschmack.
Üblicherweise wird das Pfaffengericht mit einem Spiegelei serviert. In Deutschland gibt es mit dem Bauernfrühstück ein vergleichbares Gericht.
Moosbeernocken
Moosbeernocken gelten üblicherweise als klassisches Tiroler Dessert, können aber auch als Hauptgericht serviert werden. Die Pfannkuchen werden mit Mehl, Milch, Ei und etwas Salz zubereitet, dann mit den Moosbeeren verfeinert und in Butter gebraten. Am Ende passt etwas Puder- bzw. Staubzucker dazu.
Moosbeeren sind in Tirol und dem Pinzgau die Bezeichnung für Heidelbeeren, die üblicherweise im Spätsommer reif sind und dann im Wald gepflückt werden. In Nordeuropa, Nordasien und Nordamerika bilden die tatsächlichen Moosbeeren dagegen eine Unterart der Heidelbeeren.
Tiroler Kiachl
Besonders in der Adventszeit sind Kiachl in Tirol ein weit verbreitetes Soulfood – manchmal aber gibt es diese Spezialität auch zu anderen Jahreszeiten. Kiachl werden aus Hefeteig hergestellt und in heißem Fett gebacken. Im Anschluss können die Kiachl sowohl herzhaft als auch süß zubereitet werden.
Zu den beliebten Teigfladen passt traditionell Sauerkraut oder in der süßen Variante auch Preiselbeeren. Wer möchte, kann sie auch einfach nur mit etwas Puderzucker bestreuen.
Prügeltorte
Zugegeben, der Name klingt nicht sonderlich einladend – tatsächlich ist die Prügeltorte aber eine leckere und typisch tirolerische Spezialität und hat längst Kultstatus erreicht. Hergestellt wird sie aus einem Eischwerteig über Feuer. Optisch erinnert die Prügeltorte an einen Baumkuchen, geschmacklich gleicht sie einer Butterwaffel oder einem Mürbeteigkeks. Die Zubereitung der Prügeltorte erfordert einiges an Können und wird von Generation zu Generation weitergegeben.
Kirchtagskrapfen
Wer in Tirol in den Genuss von Kirchtagskrapfen kommen möchte, der benötigt hauptsächlich eines: ein gutes Timing. Während viele andere Spezialitäten Tirols das ganze Jahr über serviert werden, gibt es Kirchtagskrapfen meist nur an ein oder zwei Tagen. Die Süßspeise wird je nach Dorf nur an ein bis zwei Tagen im Jahr zubereitet, und zwar zum jeweiligen Kirchweihfest.
Kirchweihkrapfen sind viereckige, dünn ausgezogene Krapfen, die in heißem Fett heraus gebacken werden. Mitunter sind sie mit Mohn, Marillenmarmelade, Kastanien- oder Preiselbeermarmelade gefüllt. Wer einmal einen Kirchtagskrapfen probiert, der hält ein Stück gelebte Alpenküche in der Hand.
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