Herabstürzendes Gletschereis hat in der Nacht auf Montag einen 57-jährigen französischen Wanderer am Mont Blanc getötet und vier Menschen verletzt. Das teilte die zuständige Präfektur am Montag mit. Nach Angaben der Gebirgspolizei in Chamonix werden zwei 30 und 39 Jahre alte Deutsche vermisst. Sie hätten die Nacht in einer Hütte verbracht und seit der Nacht auf Montag kein Lebenszeichen von sich gegeben.
Gegen drei Uhr morgens hatten sich im Gebiet des Mont Blanc du Tacul auf 4100 Metern über dem Meeresspiegel Gletschereis-Blöcke gelöst. Als die Massen aus Eis, Schnee und Geröll herunterfielen, waren insgesamt 15 Menschen in der Nähe. Sie seien laut der ermittelnden Staatsanwaltschaft Amateure und hätten keinen Bergführer dabeigehabt. Da das betroffene Gelände so groß und die Gefahr hoch ist, dass sich weitere Eisblöcke lösen, hat die Gebirgspolizei ihre Suche nach den Vermissten vorläufig eingestellt. Ersten Informationen zufolge gab es für den Gletschereis-Sturz eine natürliche Ursache. Laut Experten waren die Bedingungen für einen Aufstieg gut und das Unglück nicht absehbar.
Immer wieder tödliche Unfälle am Mont Blanc
Der Mont Blanc, der höchste Berg der Alpen, ist wegen seiner Höhe von mehr als 4800 Metern extemen Wetterbedingungen ausgesetzt. Immer wieder kommt es dort zu schweren Unglücken. In den vergangenen Wochen verloren mehrere Menschen ihr Leben.
Im Juli starb der italienische Bergsteiger Michele Raule. Sein Plan war, 300 Kilometer mit dem Fahrrad und 15 Kilometer zu Fuß – insgesamt 7000 Höhenmeter – zurückzulegen. Mit dieser Aktion wollte er Spendengelder für einen Verein für krebskranke Kinder in Bologna sammeln. Als der 50-Jährige in der Nähe der Gonella-Schutzhütte auf 3071 Metern eine Schlucht überqueren wollten, rutschte Raule auf einem Schneebett ab und stürzte etwa 100 Meter in die Tiefe. Seine Begleiter alarmierten die Bergwacht. Die Unglücksstelle war schwer zu erreichen, weshalb Raules Leiche erst am Montag geborgen werden konnte.
Laut La Repubblica starb am 26. Juni ein deutscher Bergsteiger am Mont Blanc. Der 54-Jährige hatte auf dem verschneiten Abstieg offenbar keine Steigeisen getragen und war abgerutscht. Im Juli vergangenen Jahres kam ein 35-jähriger Bergsteiger aus dem Raum Augsburg am Massiv des Mont Blanc ums Leben. Der Mann stürzte auf 3600 Metern Höhe auf dem Aiguille Noire de Peuterey im italienischen Aostatal mehrere Meter in die Tiefe und erlag seinen schweren Verletzungen. (mit dpa)
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren