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Vor Comeback: Sasha und Dick Brav im „gemeinsamen“ Interview

Interview

Dick Brave im Interview: „Ich muss auf die Bühne zurück“

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    Sascha Röntgen-Schmitz ist als Popsänger Sasha erfolgreich und als wilder Dick Brave (im Bild).
    Sascha Röntgen-Schmitz ist als Popsänger Sasha erfolgreich und als wilder Dick Brave (im Bild). Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

    Sascha Röntgen-Schmitz ist ein deutscher Popsänger, der sich irgendwann einmal die Frage gestellt hat: „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ Zunächst ist er als Popsänger Sasha sehr erfolgreich in Erscheinung getreten und spaltete von seinem Ich später den Rock 'n' Roller Dick Brave ab. Ein Gespräch mit beiden Ichs:

    Herr Brave, Ihr Comeback-Album „Back for Good“ wird am Freitag veröffentlicht. Was hat Sie denn zurück ins Studio und auf die Bühne gelockt?

    DICK BRAVE: Es sind zwei Dinge, die mich zum Comeback bewegt haben. Zum einen habe ich mich neben der Musik noch in einigen anderen Beschäftigungen erprobt, von denen ich gehofft habe, dass sie mich auch erfüllen. Das war zwar alles ganz okay, doch am Ende musste ich feststellen, dass es für mich doch nur die Musik gibt. Ich muss wieder auf die Bühne zurück. Außerdem hat mich auch der Popstar Sasha aus einer brenzligen Situation gerettet und gesagt: „Junge, du solltest wieder rocken. Die Leute wollen dich sehen.“

    Gerüchteweise waren Sie verschollen nach wilden Weltreisen, Pleiten und Mafiaschulden. Echt wahr?

    BRAVE: Ja nun… Wenn ich hier mal ganz offen sein soll, muss ich einräumen, dass ich in meinem Leben nicht immer die besten Entscheidungen getroffen habe. Gerade mit Geld konnte ich in der Vergangenheit nicht gut umgehen, habe den falschen Leuten vertraut und mein Management ist mit der Kohle abgehauen, am Ende hatte ich auch noch ein Thema mit der Mafia. Ich musste ja schon oft in meinem Leben wieder von vorn anfangen. Aber ich schaue nicht zurück, sondern nach vorn: Ich hoffe, diese Zeit ist jetzt vorbei!

    Und Sie, Sasha, sind ein echter „good guy“?

    SASHA: Ich bin ja in den vergangenen Jahren immer wieder auf Dick angesprochen worden, weil den viele cool fanden. Irgendwann haben die Leute gedacht, ich sei Dick, weil ich ihm so verdammt ähnlich sehe. Das ging mir irgendwann ziemlich auf den Zeiger und darum habe ich mich auch auf die Suche nach Dick gemacht. In Las Vegas habe ich ihn dann schließlich gefunden. Am Ende gab es noch ein bisschen Trouble mit der Mafia bei einer Geldübergabe. Aber alles ging gut, ich konnte das regeln und wir sind dann nach Deutschland zurück. Und Dick schuldet mir jetzt noch einen großen Gefallen.

    Dick, Sie gehen jetzt auf große Clubtour. Die Nachfrage, behauptet das Management, sei enorm, einige Dates seien schon ausverkauft. Was finden die Menschen heutzutage an Pomade und Petticoats?

    SASHA: Darf ich kurz?

    Klar.

    SASHA: Der Rock ’n’ Roll entfacht immer noch ein Gefühl der Nostalgie. Die 50er Jahre standen im Zeichen des Aufbruchs und sie stehen mit einer Musik, die aus dem Blues und Jazz rührt, für eine Auflehnung gegen das Spießertum. Heute bedeutet Rock ’n’ Roll für mich, gerade für mich als Popstar, auch Wärme und Echtheit, Live-Gefühl. Ich höre den erdigen R&R auch gerne als Ausgleich zur schillernden Popwelt.

    BRAVE: Wow, Kumpel. In dir steckt ja ein heimlicher Rocker! Besser kann ich es auch nicht sagen.

    Jungs, man könnte aber auch sagen, Rockabilly sei aus der Zeit gefallen. Kommen denn auch junge Leute in die Shows?

    BRAVE: Das ist ganz lustig, denn Rock ’n’ Roll wird nicht alt. Dementsprechend bleibt auch das Publikum jung. Ich kenne Jugendliche, die sind eigentlich voll mit Rap sozialisiert. Doch auch die sehnen sich danach und hören neben Capital Bra, Hausdurchsuchung und Co. auch Dean Martin oder Elvis Presley.

    Sasha, wenn Sie den Kollegen Brave in seinem musikalischen Tun beobachten, was fällt Ihnen dann spontan ein?

    SASHA: Ich war nie ein großer Fan von Dick. Allein schon, weil ich immer mit ihm verwechselt wurde. Musikalisch bin ich aber von der Energie und der Ursprünglichkeit seiner Musik durchaus beeindruckt.

    Sind Sie eigentlich manchmal eifersüchtig auf die alte Schmalzlocke?

    SASHA: Eifersüchtig ist zu stark, aber in einigen Punkten wäre ich gerne mehr wie er.

    Was machen Sie selbst gerade: Urlaub auf den Seychellen?

    SASHA: Nein, ich sehe mich inzwischen ja so ein wenig als Protegé von Dick. Ich wünsche ihm, dass er wieder an den Start kommt, denn sein Schicksal mit all den Höhen und Tiefen hat mich nicht kaltgelassen. Und ich selbst konzentriere mich künstlerisch gerade mehr aufs Fernsehen und coole TV-Shows. Ich habe ja schon immer davon geträumt, Entertainer zu werden und eine große Fernsehshow zu haben. Ich bin zum Beispiel jetzt Teamcaptain in „Hast du Töne“.

    Wer von Ihnen beiden ist der größere Frauenschwarm?

    SASHA (LACHT): Ich glaube, wir sprechen unterschiedliche Typen an. Ich selbst hatte nie ein Problem mit Frauen, weil ich offenbar ganz sympathisch rüberkomme. Aber ich bin ja nicht mehr der Jüngste.

    BRAVE: Dafür kommen zu mir mehr Männer ins Konzert und werden nicht wie bei dir nur von ihren Frauen mitgeschleppt.

    Dick, Ihnen jubeln wahrscheinlich eher Frauen und Mädchen mit Pferdeschwanz zu, oder?

    BRAVE: Tatsächlich kommen viele weibliche Fans im Petticoat, die Typen kommen im Holzfällerhemd oder sie haben ihre alten Lederjacken ausgepackt.

    Worin liegt der größte Unterschied zwischen Ihnen beiden?

    SASHA: Dick gilt ja so ein bisschen als Chuck Norris der Musik. Der ist tough und riskiert einfach mehr im Leben. Der war in den letzten Jahren Stuntman, Rodeo-Reiter und hat auf einer großen Rinderfarm gearbeitet.

    Und wer von Ihnen beiden ist der größere Nostalgiker?

    SASHA: Dick lebt das mehr. Bei mir ist es zwar so, dass ich Oldies und Rock ’n’ Roll zwar auch mag, aber eben nicht nur.

    Sind Sie Freunde oder doch eher Rivalen?

    SASHA: Wenn, dann haben wir nur eine oberflächliche Rivalität. Die wird, wie bei Beatles und Stones oder den Ärzten und Toten Hosen, aber eher von außen reininterpretiert. Im Grunde verstehen wir uns ganz gut. Mittlerweile können wir sogar zusammen Interviews geben. Wir denken sogar darüber nach, ob wir nicht einen gemeinsamen Song schreiben.

    Sasha/Dick Brave

    Sascha Röntgen-Schmitz wurde 1972 in Soest als Sascha Schmitz geboren. Auf seinem neuen Dick Brave-Album sind Coverversionen bekannter Songs von Künstlern wie Take That, Elton John, Michael Jackson oder Billie Eilish zu hören – neu arrangiert im typischen Dick Brave-Rockabilly-Sound.

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