Feuerwehr und Anwohner hatten darauf gehofft – und tatsächlich: Starker Regen hat in Brandenburg die ersehnte Hilfe im Kampf gegen zwei große Waldbrände gebracht. Am Vormittag, als die Feuer zwar noch nicht gelöscht, aber unter Kontrolle waren, sagte der Bürgermeister von Beelitz, Bernhard Knuth (parteilos): "Es sieht deutlich entspannter aus". Zwar gab es da noch einige Brand- und Glutnester, aber: Alle Menschen können zurück in ihre Häuser. "Alle Evakuierungen und Straßensperren sind aufgehoben." Am Nachmittag war das Feuer dann endgültig erloschen.
Auch der zweite Brand, der unweit von Beelitz etwa 80 Kilometer südwestlich von Berlin loderte, wurde durch den Regen am Vormittag eingedämmt. Die Regen und Gewitter waren ein Segen für die zwei großen Brände bei Treuenbrietzen und Beelitz (beide Landkreis Potsdam-Mittelmark).
Nur rund 20 Kilometer voneinander entfernt brannten am Hitzewelle-Wochenende zwei große Waldstücke. Dichte Rauchschwaden steigen auf, deren Brandgeruch noch im 100 Kilometer entfernten Dresden zu riechen war. Regen und Gewitter, so die Hoffnung der Einsatzkräfte und Anwohner, würden nicht nur Abkühlung bringen, sondern vor allem die akute Gefahr senken.
Waldbrände Brandenburg: Nur Regen und Gewitter können erhoffte Entspannung bringen
Treuenbrietzen liegt rund 80 Kilometer südwestlich von Berlin. Hier war die Lage nach Einschätzung des Landkreises vom späten Sonntagabend stabil. 435 Einsatzkräfte waren in der Nacht allerdings noch vor Ort.
Waldbrände Deutschland 2022: Feuer bedrohen Wohnhäuser – hunderte Menschen evakuiert
Das Feuer war von manchen Häusern nur wenige hundert Meter entfernt. Deshalb fällten die Einsatzkräfte, Bäume und schafften Brandschneisen. So wollen sie das Vorrücken der Flammen stoppen.
Bürgermeister Knuth sagte da noch: "Wir hoffen, dass die Ausbreitung zum Stoppen kommt und wir letztlich erfolgreich das Feuer bekämpfen können." Vor allem aber hoffe er auf den angekündigten Regen.
Und tatsächlich: Regen hat schließlich für die entscheidende Wende beim Kampf gegen die Waldbrände in Brandenburg gesorgt: Starke Niederschläge haben die Flammen auf Hunderten Hektar in Waldgebieten bei Beelitz und Treuenbrietzen südwestlich von Berlin am Montag eingedämmt. "Es besteht jetzt für die Ortschaften wirklich keine Gefahr mehr", sagte die Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark, Andrea Metzler.
Waldbrand in Brandenburg: Wind facht Feuer an
Für Treuenbrietzen ist es nicht der erste Waldbrand: 2018 brannte die Fläche schon einmal. Damals waren es ganze 400 Hektar. Seit Freitag wütet erneut ein Feuer, gegen das Feuerwehr und Bundeswehr ankämpfen. Ausbreiten konnte es sich aufgrund heftiger Winde aus wechselnden Richtungen. Am Samstag konnte der in einem Kiefernwaldstück ausgebrochene Brand zunächst etwas eingedämmt werden – von 60 auf 40 Hektar. Doch in der Nacht zum Sonntag dehnte er sich auf rund 100 Hektar Brandfläche aus. Am Sonntag waren es dann 200 Hektar.
Treuenbrietzen: Munition erschwert Löscheinsatz
Der Kampf gegen die Flammen ist in dem Gebiet besonders schwierig: Der Boden des ehemaligen Spreng- und Übungsplatzes steckt voller Munition und Kampfmittel. Deshalb kommen die Feuerwehrleute nicht direkt an den Brand heran. Das Feuer könnte die im Boden verborgene Munition hochgehen lassen. Deshalb versuchen Hubschrauber der Bundeswehr das Feuer aus der Luft zu bekämpfen. Bei dutzenden Flügen warfen sie zehntausende Liter Wasser aus einem nahen Baggersee auf das Waldgebiet ab.
(mit dpa)