Das würde Friedrich Merz gefallen. Wenn im Land wieder eine Stimmung wie im Jahr 1982 herrschen würde. Damals landete die Band Geier Sturzflug in Deutschland mit „Bruttosozialprodukt“ einen Nummer-eins-Hit. Im Refrain heißt es: „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt.“ Wer weiß denn heute noch, was dieses Wortungetüm bedeutet, oder kann in die Hände spucken? Julian Kamps aus Düsseldorf offensichtlich nicht. Der 24 Jahre junge Mann schickt sich gerade an, alle Klischees von der angeblich so undankbaren und faulen Jugend zu erfüllen. Es geht um Work-Life-Balance.
Ein Vollzeitjob in Vollzeit schlaucht
Kamps ist Influencer. Vor Kurzem hat der frühere Teilnehmer der Casting-Show „Germany‘s Nest Topmodel“ eine nicht näher beschriebene Vollzeit-Stelle angetreten. Und dann gemerkt, dass ein 40-Stunden-Job 40 Stunden lang dauert. In einem Video zeigte er sich schockiert: „Wir haben jetzt 18.41 Uhr. Ich habe das Haus um 7.30 Uhr verlassen. Ich bin jetzt gerade kurz vor meiner Haustür. Ihr wollt mir doch nicht sagen, dass das das Leben ist.“ Wo bleibt die Zeit für Freunde? „Das ist doch quatschig Leute.“ Er müsse jetzt möglichst schnell seine Stunden reduzieren, verriet Kamps seinen Followern auf Tiktok und Instagram.
Die Kommentare auf seinen Beitrag könnten unterschiedlicher nicht ausfallen. Kamps habe viel Hass abbekommen, erzählt er in einem weiteren Video. Er sei „wohlstandsverwahrlost“ und habe nichts Anständiges gelernt. Allerdings gab es auch Zuspruch. Eine Reaktion: Er habe nach wenigen Tagen gecheckt, was andere in 40 Jahren nicht verstehen. Mehr chillen, weniger Geier Sturzflug – das wird Friedrich Merz gar nicht gefallen.
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