Toni Faber trägt so manchen Titel: Österreichs wohl bekanntester Pfarrer, High-Society-Priester, Society-Löwe Gottes. Zunächst einmal aber ist der 64-Jährige Wiener Dompfarrer. Also noch. Denn der als umtriebig nur unzureichend beschriebene katholische Geistliche scheint es dem neuen Wiener Erzbischof zu bunt getrieben zu haben.
„Mit seiner Natalie tanzte er am Opernball und auch durch manche andere Nächte“
Nach einem Bericht der Zeitung Die Presse will Josef Grünwidl seinen Studienfreund im kommenden Jahr in den sehr vorzeitigen Ruhestand schicken. Üblich ist, dass „ein Pfarrer, der das fünfundsiebzigste Lebensjahr vollendet hat“, gebeten wird, dem Diözesanbischof den Amtsverzicht zu erklären, heißt es im Kirchenrecht.
Faber war es, der Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger Orgel im Stephansdom spielen ließ. Der den Trauergottesdienst zu Ehren der verstorbenen Formel-1-Legende Niki Lauda hielt. Der, wie es ein Bericht vermerkte, einmal von seiner Messe in einen neuen Dessous-Shop geeilt sei, um diesen zu segnen. Und der auf Bällen tanzte – mit seiner jeweiligen „Begleiterin“.
„Fesche Begleiterin“, „elegante Begleiterin“ oder gar „fesche Blondine“ nannten österreichische Medien jene Frau an Fabers Seite, mit der er jüngst in die Schlagzeilen kam und Diskussionen auslöste. Sie schrieben anspielungsreich: „Mit seiner Natalie tanzte er am Opernball und auch durch manche andere Nächte.“
Faber: Der Zölibat sei für ihn ein „dehnbarer Begriff“
Faber machte keinen Hehl daraus: Der Zölibat, die priesterliche Ehelosigkeit, sei für ihn ein „dehnbarer Begriff“. Natalie Nemec, eine Anlageberaterin, bezeichnete er kürzlich als „sehr gute Freundin“, für die er sich als „ständige Begleitung“ entschieden habe. Grünwidl reagierte in einem Interview irritiert und kündigte Gesprächsbedarf an. Er stehe zur priesterlichen Ehelosigkeit, hatte Faber zuvor unter anderem gesagt. Aber auch: Jeder müsse seine persönliche „ideale Form“ finden, „für die man nach außen, vor Gott, vor seinem Gewissen, vor seinem konkreten Partner auch einstehen kann“. Wie es mit Faber weitergeht, befinde sich noch in Klärung, ist zu hören.
So äußert sich Toni Faber zu seiner bevorstehenden Ablösung
Der unfreiwillige Abschied ihres Pfarrers sorgt Medienberichten zufolge für Unruhe in der Dompfarre und weit darüber hinaus, auch Protestaktionen seien nicht ausgeschlossen. Er selbst hat inzwischen erklärt, seine bisherige Wirkungsstätte sei sein „Traumplatz“, er hätte „bis 80“ dort arbeiten können. Sein bevorstehender Ruhestand stelle nun für ihn aber „nichts Unvorstellbares“ mehr dar.
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