„Wup-Wup-Wup“ – diesen Ruf hört man jetzt wieder öfter in Seebarn am Wagram, einem etwa 40 Meter hohen, lang gezogenen Geländehang in Niederösterreich. Dort wird traditionell Veltliner und Riesling angebaut. Und neuerdings leben dort wieder mehr Wiedehopfe. Denn die orange-braunen Vögel mit dem charakteristischen Federbüschel auf dem Scheitel finden wieder leichter Nahrung. Das liegt wohl am Trend zum Bio-Wein.
Forschende am Wagram in Niederösterreich beobachten wachsende Wiedehopf-Population
Vor 20 Jahren noch wäre es Glück gewesen, eines der wenigen Wiedehopf-Paare am Wagram zu beobachten. Jetzt freuen sich die Forscherinnen und Forscher der Österreichischen Vogelwarte, was sie durch Webcams in den Nistkästen beobachten: Viele Wiedehopf-Küken kommen dort zur Welt und die Eltern verfüttern ihnen deutlich mehr Insekten als früher. Auch die Dohlenkolonien, deren Brutstätte eine weitere Kamera verfolgt, erholen sich den Wissenschaftlern zufolge, ebenso wie die einst seltenen Steinkäuze, Heidelerchen und Bienenfresser.
Grund für diese Entwicklung ist der zunehmend verbreitete ökologische Weinbau. In den Gärten begrünen die Winzerinnen und Winzer den Boden heute ganz gezielt und es werden kaum noch Insektizide eingesetzt. Noch in den 1970er und -80er Jahren sind junge Dohlen meist durch vergiftete Insekten gestorben. In landwirtschaftlich geprägten Gebieten, wo chemische Spritz- und Düngemittel eingesetzt werden, haben es heimische Vögel auf offenen Flächen schwer.
Weniger Spritzmittel, mehr Insekten und Vögel: Bio-Wein fördert Artenvielfalt
Die höhere Artenvielfalt und die Menge an Insekten am Wagram bereiten Wiedehopf und Co. nun einen abwechslungsreicheren Speiseteller und liefern vor allem wichtige Proteine für die Aufzucht im Frühling. Und ganz nebenbei hält der Vogel das Gleichgewicht der Natur intakt, indem er Schädlinge wie Engerlinge frisst.
Die Aufnahmen sind übrigens frei zugänglich. Wer den Vögeln aus nächster Nähe beim Brüten und Versorgen der Jungtiere zusehen möchte, kann dies im YouTube-Livestream während der Brutsaison von Mitte April bis Juli tun.
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