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Wie sich Londons berühmteste Einkaufsstraße nun verändert

Tourismus

So soll sich die Londoner Oxford Street wandeln

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    Die Oxford Street in London ist eine der beliebtesten Einkaufsstraßen der Welt. Nun soll sie in eine Fußgängerzone umgewandelt werden, wie diese Illustration zeigt.
    Die Oxford Street in London ist eine der beliebtesten Einkaufsstraßen der Welt. Nun soll sie in eine Fußgängerzone umgewandelt werden, wie diese Illustration zeigt. Foto: Illustration: Transport of London

    Die Oxford Street gilt mit rund 300 Geschäften auf etwa zwei Kilometern Länge als eine der beliebtesten Einkaufsstraßen weltweit. Britische Traditionswarenhäuser wie John Lewis oder Marks & Spencer haben hier ihre Flagshipstores, ihre Vorzeigeläden; im Winter bewundern Touristen die golden schimmernde Weihnachtsbeleuchtung.

    Traditionshäuser verschwinden, Souvenir- und Süßwarenläden kommen

    Doch der Ruf der Straße als luxuriöses Shoppingziel steht seit einiger Zeit im Widerspruch zur Realität. Einst als „High Street der Nation“ gefeiert, kämpft die Oxford Street heute mit denselben Problemen wie viele Hauptgeschäftsstraßen im Königreich: Der klassische Einzelhandel leidet unter der Online-Konkurrenz, große Traditionshäuser sind verschwunden, Leerstände wurden von austauschbaren Souvenir- und Süßwarenläden übernommen.

    Zugleich ächzt die Straße unter im Stau stehenden Taxis und Doppeldeckerbussen, während überfüllte Gehwege den täglichen Besucherstrom von bis zu einer halben Million Menschen kaum noch aufnehmen können. Mit einer Verkehrsberuhigung will Labour-Bürgermeister Sadiq Khan der Straße nun zu altem Glanz verhelfen. „Ich freue mich sehr, meine ambitionierte Vision, die Oxford Street zu einem weltweit führenden urbanen Raum für Shopping, Freizeit und Open-Air-Veranstaltungen zu machen, voranzubringen“, sagte Khan bei der Vorstellung der Pläne.

    Selbst Taxis, die roten Doppeldeckerbusse und Fahrräder sollen weichen

    Hatte der Bürgermeister das Vorhaben bereits 2024 angekündigt, beginnt in diesem Sommer nun die schrittweise Umgestaltung des Einkaufsboulevards. Die Pläne sehen vor, einen gut einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Oxford Circus, der ikonischen Kreuzung im Herzen Londons, und dem Triumphbogen Marble Arch vollständig vom Verkehr zu befreien. Selbst Taxis, die ikonischen roten Doppeldeckerbusse und sogar Fahrräder sollen weichen. Illustrationen zeigen eine verwandelte Straße, auf der sich Passanten frei bewegen und flanieren können. Der Umbau soll rund 150 Millionen Pfund (178 Millionen Euro) kosten und bis 2027 abgeschlossen sein.

    Einen Vorgeschmack gab es bereits im September: Für einen Tag blieb die Oxford Street komplett für den Autoverkehr gesperrt, Street-Food-Stände und Live-Musik verwandelten sie in eine Flaniermeile. In der Bevölkerung stößt das Vorhaben mehrheitlich auf Zustimmung. Eine öffentliche Umfrage der Stadt London ergab 2025, dass rund zwei Drittel der Befragten die Fußgängerzone befürworten. In der vergangenen Woche gab Khan den Plänen schließlich grünes Licht, nachdem mehrere Konsultationsrunden unter Bürgern, Unternehmen und Verkehrsfachleuten abgeschlossen worden waren.

    Gutbetuchte Reisende gehen jetzt lieber in Paris, Mailand, Madrid shoppen

    Die Umgestaltung ist auch eine Reaktion auf die schleichende Krise der einstigen Vorzeigestraße. Zwar hat sich der Tourismus in London nach der Pandemie erholt – VisitBritain schätzt für 2025 rund 43,6 Millionen internationale Besucher gegenüber rund 40,9 Millionen im Jahr 2019. Dennoch hat die Abschaffung der Mehrwertsteuererstattung für ausländische Gäste der Oxford Street nach Ansicht von Experten geschadet. Gutbetuchte Reisende, die speziell nach London kamen, um teure Artikel wie Uhren oder Handtaschen zu kaufen, besuchen nun eher Städte wie Paris, Mailand oder Madrid. Besuchter beklagten sich überdies über das hohe Verkehrsaufkommen und die schlechte Luft.

    Duch die Umgestaltung soll sich die Luftqualität nun weiter verbessern. Seit Khan im Jahr 2016 Bürgermeister wurde, setzt er sich für eine Verkehrsberuhigung der Metropole ein. So weitete er etwa die Umweltzone ULEZ („Ultra Low Emission Zone“), wodurch Autos durch Gebühren aus dem Stadtgebiet verdrängt werden sollen, auf den Großraum London aus. Hinzu kamen „Low Traffic Neighbourhoods“ (LTNs), also Straßen und Wohngebiete, in denen der Autoverkehr auf Anwohner beschränkt ist. Laut einem Bericht der Londoner Stadtverwaltung und der Verkehrsbehörde Transport for London sind die Stickstoffdioxidwerte im Zentrum Londons seit Einführung der Umweltzone um 54 Prozent gesunken, über ganz London hinweg liegen die NO₂-Werte rund 27 Prozent niedriger. Doch stark befahrene Straßen wie die Oxford Street gelten weiterhin als belastete Verkehrshotspots.

    Anwohner fürchten eine Verlagerung des Verkehrs mit allen lästigen Folgen...

    Anwohner fürchten nun, dass die Sperrung einer der wichtigsten Verkehrsachsen der Hauptstadt Taxis, Busse und Lastwagen in benachbarte Gebiete verdrängen werde. Modellrechnungen der Ingenieur- und Beratungsfirma AECOM zufolge müssten 53 von 85 der untersuchten Gegenden mit einem Anstieg von Stickstoffdioxid oder Feinstaub – teils beidem – rechnen. Zwar sollen die prognostizierten Zuwächse meist gering ausfallen und nicht in gesundheitsschädliche Bereiche vordringen, sie stehen jedoch im Spannungsverhältnis zu Khans Ziel, London insgesamt umweltfreundlicher zu machen. 

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