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Wird 2026 ein Maikäfer-Jahr? Das hängt davon ab, wo Sie wohnen

Insekten

Wird 2026 ein Maikäfer-Jahr? Das hängt davon ab, wo Sie wohnen

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    Die Maikäfer starten wieder durch – wo, ist allerdings von Region zu Region unterschiedlich.
    Die Maikäfer starten wieder durch – wo, ist allerdings von Region zu Region unterschiedlich. Foto: iredding01, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Wenn in Hessen bald Hundertmillionen Maikäfer gleichzeitig aus dem Boden krabbeln, wirkt das wie ein Naturereignis von biblischem Ausmaß. Doch bedeutet das automatisch auch ein „Maikäfer-Jahr“ für ganz Deutschland? Die Antwort ist komplizierter, als es zunächst scheint – und hängt von unsichtbaren Prozessen tief im Boden ebenso ab wie von regionalen Eigenheiten. Warum der Süden dieses Mal wohl eher verschont bleibt und wieso Experten trotzdem genau hinschauen.

    Maikäfer-Jahr 2026 in ganz Deutschland?

    Im Hessischen Ried steht ein außergewöhnliches Naturereignis bevor: Hundertmillionen Maikäfer könnten in den kommenden Tagen gleichzeitig schlüpfen und in der Dämmerung in großen Schwärmen fliegen. Experten rechnen dort mit bis zu einer halben Milliarde Tiere, heißt es dazu in einem Bericht des Magazins GEO, welches mit Fachkundigen vor Ort sprach. Schon beim letzten Massenflug im Jahr 2022 habe das zu ungewöhnlichen Szenen geführt: Auf Autobahnen war zeitweise nur noch das Fahren in Schrittgeschwindigkeit möglich, weil die Käfer massenhaft gegen Windschutzscheiben prallten, erinnert sich Bernd Petri vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen in dem Bericht.

    Doch trotz der spektakulären Prognosen für Hessen lässt sich daraus kein bundesweites „Maikäfer-Jahr“ ableiten. In einem Ende April veröffentlichten MDR-Bericht formulierten Fachleute die Lage bewusst zurückhaltend: Ob 2026 ein Maikäferjahr wird, sei „ein klares: Mal sehen“.

    Der Grund: Die Population der Insekten entwickelt sich regional unterschiedlich. Während in einer Region Millionen Tiere gleichzeitig schlüpfen, kann es in benachbarten Gebieten kaum Aktivität geben. Diese Unterschiede hängen mit den sogenannten „Stämmen“ zusammen – regional abgegrenzten Populationen, die sich synchron entwickeln, aber nicht im Gleichklang mit anderen Regionen stehen.

    Warum treten Maikäfer nur alle paar Jahre massenhaft auf?

    Die Grundlage für solche Massenflüge entsteht laut dem Nabu lange vor dem eigentlichen Ereignis – im Boden. Maikäfer verbringen mehrere Jahre als Engerlinge unter der Erde, bevor sie sich nahezu gleichzeitig zu Käfern entwickeln.

    Der Massenflug folgt dabei festen Zyklen: Waldmaikäfer treten in der Regel alle vier Jahre auf, Feldmaikäfer etwa alle drei Jahre.
    Entscheidend sind zudem die Standortbedingungen. Lockere, sandige Böden und hohe Temperaturen begünstigen die Entwicklung der Larven. Solche Bedingungen finden sich etwa im Hessischen Ried, wo auch menschliche Eingriffe wie die Entwässerung von Auen ideale Lebensräume geschaffen haben.

    Bayern und Baden-Württemberg: Fliegen die Maikäfer 2026 auch im Süden?

    Während Hessen 2026 im Fokus steht, bleibt es im Süden vergleichsweise ruhig. Nach Einschätzung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft gibt es etwa in Bayern aktuell kein flächendeckend stärkeres Auftreten. Nur im Raum Alzenau wird ein erhöhtes Vorkommen beobachtet, weitere belastbare Daten – etwa aus der Landwirtschaft – liegen derzeit nicht vor, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion. Zudem dürfte sich die Situation nach dem Flugjahr 2025 weiter beruhigen: Die Feldmaikäferbestände in Bayern werden 2026 voraussichtlich nur sporadisch auftreten.

    Auch in Baden-Württemberg ist 2026 kein Hauptflugjahr für Maikäfer. Lediglich lokal – etwa im Niederwald bei Iffezheim – könnten mehrere Millionen Käfer schlüpfen, insgesamt bleibe das Aufkommen jedoch deutlich unter dem Niveau in Hessen, hieß es auf eine Anfrage von tagesschau.de bei der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA).

    Maikäfer: Welche Funktion erfüllen sie im Ökosystem?

    Für das Ökosystem sind Maikäfer übrigens ein wichtiger Bestandteil. Laut dem Nabu dienen sie zahlreichen Tieren wie Vögeln, Fledermäusen oder Wildschweinen als Nahrung. Problematisch werden sie primär in der Larvenphase. Die Engerlinge fressen Wurzeln und können so Wälder und Grünflächen schädigen – allerdings nur bei sehr hohen Beständen.

    Zusammenfassend wird 2026 vor allem in Hessen als Maikäfer-Jahr in Erinnerung bleiben. Deutschlandweit zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild: Während einzelne Regionen ein spektakuläres Naturereignis erleben, bleibt es im Süden – auch in Bayern – weitgehend ruhig.

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