Würde am Sonntag ein neuer Bundestag gewählt werden, sähe es für die FDP wohl mehr als schlecht aus. In der Sonntagsfrage des aktuellen ARD-Deutschlandtrends würden die Liberalen mit vier Prozent sogar den Einzug in den Bundestag verpassen. Die Union könnte nur mit 32 Prozent rechnen. Auch mit der Arbeit der Bundeskanzlerin sind laut Umfrage nur noch 45 Prozent der Befragten zufrieden - ihr niedrigster Wert in diesem Jahr.
FDP setzt auf die falschen Themen
In einem Rennen um das Kanzleramt, würde Merkel ebenfalls den Kürzeren ziehen. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier liegt mit 44 Prozent vor Merkel, die bei einer Wahl zwischen den beiden nur 40 Prozent bekäme. Auch gegen den früheren Finanzminister Peer Steinbrück hätte die Kanzlerin keine Chance. Er liegt mit 46 Prozent gegen Merkels 38 Prozent klar vorn. Auf der Liste der überzeugendsten Politiker landet Steinbrück auf Rang drei, hinter Thomas de Maizière und Finanzminister Wolfgang Schäuble, die sich mit 57 Prozent den ersten Platz teilen.
Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, glaubt den Grund für schlechten Umfragewerte zu kennen. Er warnt seine Partei davor "in das Getrommel der FDP für Steuersenkungen" einzustimmen. Außerdem setze die Partei zur Zeit auf die falschen Themen, wie er der Dortmunder Zeitung Ruhr Nachrichten sagte. Es gebe keinen Spielraum für Steuersenkungen und mit der Griechenland-Krise im Rücken wollten die Bürger eine stabile Finanzlage im Land. Zudem riet er der CDU auf dem Parteitag im November mehr über die Zukunft Europas und die Bedeutung des Euros und weniger über Schulpolitik zu sprechen.
Rot-Grün startet durch
Je schlechter Schwarz-Gelb dasteht, desto besser läuft es für Rot-Grün. In der Umfrage erreichen sie zusammen 51 Prozent der Stimmen. Ein so starkes Ergebnis gab es für die Koalition seit Februar 2000 nicht mehr. Die SPD verbessert sich gegenüber der Befragung im vergangenen Monat um zwei Punkte auf 28 Prozent, während die Grünen unverändert 23 Prozent der Stimmen bekommen. Auch die Linke bleibt bei acht Prozent. Insgesamt wurden bundesweit 1507 Walberechtigte befragt. AZ/dapd