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Ärztegewerkschaft
14.01.2021

Marburger Bund kritisiert Impfpflichtdebatte als schädlich

Susanne Johna, Chefin des Ärzteverbands Marburger Bund hält nichts vonr einer Impfpflicht für das Klinikpersonal.
Foto: Marburger Bund, dpa

Exklusiv Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund Susanne Johna nennt die von CSU-Chef Markus Söder angestoßene Debatte um eine Corona-Impfpflicht grotesk.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat die von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angestoßene Debatte um eine Impfpflicht für das Klinikpersonal als verfehlt zurückgewiesen. „Die derzeitige Debatte über eine Corona-Impfpflicht mutet teilweise grotesk an“, sagte Marburger-Bund-Vorsitzende Susanne Johna unserer Redaktion.

 

„Die Impfkampagne ist noch gar nicht flächendeckend gestartet, da wird schon über unzureichende Impfquoten beim medizinischem Personal diskutiert und sogar ein Impfzwang für das Personal im Gesundheitswesen ins Spiel gebracht“, kritisierte sie. „Das halten wir für verfehlt“, betonte die Ärztegewerkschaftschefin.

Forderung schadet der Impfbereitschaft der Bevölkerung

Johna warnte vor einem Schaden für die Impfbereitschaft: „Die aktuelle Forderung nach einer Impfpflicht erhöht eher die Skepsis bei Teilen der Bevölkerung“, sagte die Medizinerin. „Wir sollten für die Impfung werben und gleichzeitig alle aufkommenden Fragen adäquat beantworten. Das schafft Vertrauen und erhöht die Akzeptanz der Impfung.“

Das Problem sei eher, dass derzeit noch gar nicht genug Impfstoff für das medizinische Personal zur Verfügung stehe: „Aus den Krankenhäusern hören wir, dass erst einem Teil tatsächlich Impfstoff angeboten wurde“, sagte sie der Zeitung.

Breite Aufklärungskampagne gefordert

Wichtig sei nun vor allem die Aufklärung aller Bevölkerungsgruppen: „Wir brauchen eine Informationskampagne, in der wir transparent erklären, was wir über die Impfung wissen, aber auch ehrlich zugeben, was wir noch nicht wissen können“, sagte Johna. „Derzeit wissen wir zum Beispiel noch nicht genau, ob die Impfung auch davor schützt, das Virus nicht mehr weitergeben zu können“, sagte sie. „Wir wissen aber, dass die Impfung mit großer Sicherheit vor einer schweren Virus-Erkrankung schützt. Deshalb muss die Aufklärung über die Corona-Schutzimpfung auf allen Ebenen intensiviert werden.“

 

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14.01.2021

Frau Johnas Aussage halte ich für richtig. Es ist grotesk, ohne derzeit genügend Impfstoff zur Verfügung zu haben und ohne bisher gut über diese Impfung öffentlich diskutiert zu haben, mit Impfzwang zu drohen.
Ich selber bin für diese Impfung und hoffe, dass nach den verständlichen Anlaufschwierigkeiten bald viel mehr geimpft werden kann.

Raimund Kamm

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