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Afghanistan: Mutmaßlicher Amokschütze war offenbar von Explosion traumatisiert

Afghanistan

Mutmaßlicher Amokschütze war offenbar von Explosion traumatisiert

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    Opfer des Amoklaufs: Der US-Soldat, der in Afghanistan 16 Zivilisten getötet haben soll, stand Medienberichten zufolge unter Stress und Alkoholeinfluss. Foto: Mustafa Khan dpa
    Opfer des Amoklaufs: Der US-Soldat, der in Afghanistan 16 Zivilisten getötet haben soll, stand Medienberichten zufolge unter Stress und Alkoholeinfluss. Foto: Mustafa Khan dpa

    Nach dem Amoklauf mit 16 getöteten afghanischen Zivilisten sind neue Details über den mutmaßlichen Täter bekannt geworden. Den US-Soldaten habe die Verletzung eines Kameraden bei einer Explosion am Tag vor der Tat sehr mitgenommen, sagte sein Anwalt John Henry Browne am Donnerstag (Ortszeit). Der 38-jährige Familienvater habe wegen seines Auslandseinsatzes unter Stress gelitten, sei aber zur Tatzeit nicht betrunken gewesen.

    Mutmaßlicher Amokschütze wohl traumatisiert

    Sein Mandant sei unglücklich darüber gewesen, dass er nach seinen drei Einsätzen im Irak im Dezember nochmals in ein Kampfgebiet entsendet worden sei. "Seine Familie hat darauf gezählt, dass er nicht noch einmal ins Ausland verlegt wird und das hat sich dann praktisch über Nacht geändert", sagte Browne.

    Während seiner vorherigen Einsätze im Irak hatte der US-Soldat Verletzungen am Kopf und an einem Fuß erlitten. Am Samstag vor einer Woche musste er einem Medienbericht zufolge dann mitansehen, wie einem Freund bei einer Explosion ein Bein verlor. Diese habe ihn schockiert, sagte sein Anwalt.

    Keine Alkoholprobleme

    Drohnen - kleine unbemannte Flugzeuge

    Sie sind nach Insekten benannt und bringen mitunter den Tod: Drohnen. Mit einer männlichen Honigbiene haben die von den Armeen vieler Länder eingesetzten unbemannten Fluggeräte (Unmanned Aerial Vehicles, UAV) allerdings bis auf den Namen nichts zu tun.

    Die Mini-Flugzeuge sind mit modernster Elektronik ausgestattet und haben ein breites militärisches Einsatzspektrum: Es reicht von der Überwachung von Konfliktgebieten über die taktische Aufklärung bis zur Erfassung und Zerstörung gegnerischer Ziele.

    Drohnen werden aus großer Entfernung ferngesteuert und können einen Tag oder länger in der Luft bleiben.

    Die meisten dieser Flugkörper sind mit jeweils mindestens zwei «Hellfire (Höllenfeuer)»-Raketen ausgestattete «Predator»-Drohnen des US-Herstellers General Atomics Aeronautical. Die Basis-Version des mehrfach weiterentwickelten Typs ist etwa 8,20 Meter lang und hat eine Spannweite von knapp 15 Metern.

    Bei einer Marschgeschwindigkeit von 180 Kilometern in der Stunde kann das Fluggerät bis zu 40 Stunden in der Luft bleiben und einen Einsatzradius von 740 Kilometern erreichen.

    US-Drohnen werden seit Jahren im Krieg gegen die Taliban in Afghanistan eingesetzt. Sie dienten zudem im Kampf gegen die Truppen des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi.

    Im Jemen nahmen Drohnen militante Islamisten mit Verbindung zum Terrornetzwerk Al-Kaida ins Visier. Bei Drohnen-Angriffen starben aber auch tausende Zivilisten. (dpa)

    Browne wies einen Bericht der "New York Times" zurück, wonach laut einem US-Vertreter eine "Kombination aus Stress, Alkohol und häuslichen Problemen" Ursache für den Amoklauf war. Er habe keine Informationen, dass Alkohol eine Rolle gespielt habe, sagte der Anwalt. Zudem habe es keinen Streit mit der Frau gegeben. Gespräche mit der Familie des 38-Jährigen hätten darüber hinaus ergeben, dass sein Mandant keinen Hass auf Muslime gehegt habe.

    Allerdings könne er sich gut vorstellen, dass der mutmaßliche Amokläufer unter Stress gestanden habe. "Wer würde in einem kleinen Camp mit 20 Leuten mitten im Nirgendwo in Afghanistan nicht unter Stress stehen?", fragte Browne.

    US-Soldat tötet bei Amoklauf 16 Afghanen

    Der Soldat soll am Sonntagmorgen seinen Stützpunkt in der südafghanischen Provinz Kandahar verlassen und insgesamt 16 Dorfbewohner ermordet haben, darunter zahlreiche Kinder und Frauen. Nach der Tat kehrte er in das Lager zurück, wo er sich widerstandslos festnehmen ließ. Inzwischen wurde er nach Kuwait ausgeflogen. Ihm droht ein Prozess vor einem Militärgericht. Bisher wurde er noch nicht angeklagt.

    Der Amoklauf ist eine weitere Belastung für die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen Afghanistan und den USA. Um die Wogen zu glätten, war US-Verteidigungsminister Leon Panetta in dieser Woche nach Afghanistan gereist. In der Militärbasis in der Südprovinz Helmand ereignete sich während der Landung Panettas am Mittwoch ein Anschlagsversuch. Wie das US-Militär am Freitag bekanntgab, richtete sich dieser gegen einen ranghohen US-General, der auf der Landebahn auf den Minister gewartet hatte. AZ/afp

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