Immer mehr Deutsche können sich vorstellen, die Piraten zu wählen. Gehen Ihnen schon die Mitgliedsanträge aus?
Körner: Darüber machen wir uns noch keine Sorgen. Aber es stimmt, der Zulauf ist enorm. Vor der Wahl in Berlin hatten wir 2600 Mitglieder in Bayern, heute sind es gut 3600.
Reicht das, um 2013 auch in den Bayerischen Landtag einzuziehen?
Körner: Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das schaffen. Viele Menschen trauen uns zu, dass wir eine andere Politik machen.
Was bedeutet denn „anders“?
Körner: Wir wollen vor allem eine transparentere Politik. Auch in Bayern erleben wir doch, dass wichtige Entscheidungen hinter verschlossenen Türen getroffen werden, ohne dass der Souverän, das Volk, gefragt wird. Das frustriert viele Menschen.
Sie sind nicht die Ersten, die vom Wählerfrust profitieren. Wie wollen Sie verhindern, dass Sie so enden wie andere Protestparteien, die bald wieder in der Versenkung verschwanden?
Körner: Natürlich müssen wir jetzt in der praktischen Arbeit beweisen, dass wir das Vertrauen verdienen, das die Menschen in uns setzen.
Kritiker sagen, Sie hätten gar keine Ahnung von praktischer Politik...
Körner: Uns fehlt Erfahrung und wir müssen vieles erst lernen. Das stimmt. Das sehe ich aber nicht unbedingt als Nachteil. Schließlich kann es nicht schaden, wenn einer kommt, der den politischen Betrieb hinterfragt, statt alles so zu machen, wie es immer gemacht wurde. Aber damit wir uns richtig verstehen: Wir wollen nicht nur protestieren. Wir wollen politisch etwas bewegen.
Nehmen wir mal an, Sie schaffen den Sprung in den Landtag. Haben Sie einen Wunschkoalitionspartner?
Körner: Sagen wir mal so: Ich wurde neulich gefragt, ob ich mir eine Koalition mit der CSU vorstellen könnte. Und ehrlich gesagt, das stelle ich mir ziemlich schwierig vor.
Und mit den anderen?
Körner: Schon eher...
Interview: Michael Stifter