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Blockierer: Castor-Transport nach Gorleben verzögert sich immer weiter

Blockierer

Castor-Transport nach Gorleben verzögert sich immer weiter

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    Atomkraftgegner von Greenpeace ketten sich an die Bahngleise der Castor-Transportstrecke. Foto: Philipp Schulze dpa
    Atomkraftgegner von Greenpeace ketten sich an die Bahngleise der Castor-Transportstrecke. Foto: Philipp Schulze dpa

    Proteste von  Atomkraft-Gegnern halten den Castor-Transport mit radioaktivem Atom-Müll nach Gorleben weiter auf. In Harlingen in Niedersachsen sei eine Blockade der Gleise zwar ausgelöst worden, sagte ein Sprecher der Polizei am heutigen Sonntag. In Vastorf bei Lüneburg hätten sich  jedoch vier Menschen im Gleisbett angekettet. Auch im weiter  östlich gelegenen Hitzacker ketteten sich demnach drei Gegner an.  Die Weiterfahrt des Zugs sei daher bislang nicht absehbar.

    Castor-Transport in Harlingen blockiert

    Sechs Fakten zum Castor-Transport

    Elf Spezialbehälter werden wie im vergangenen Jahr zunächst mit dem Zug, dann per Tieflader nach Gorleben transportiert. In jedem Castor stecken 28 Glaskokillen mit radioaktiven Abfällen aus deutschen Atomkraftwerken.

    Rund 1200 Kilometer lang ist die Strecke vom französischen La Hague bis nach Gorleben. Die letzte Etappe auf der Straße von Dannenberg bis zum Zwischenlager beträgt etwa 20 Kilometer.

    Rund 20 000 Polizisten sollen nach Angaben der Polizei Lüneburg den Castortransport schützen. 12 000 Beamte werden von der Landespolizei eingesetzt, etwa 8000 von der Bundespolizei aus ganz Deutschland.

    Etwa 16 000 Demonstranten werden am letzten Novemberwochenende gegen den Atommülltransport protestieren, schätzt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.

    Dieses Jahr rollt der letzte Castortransport mit hoch radioaktivem Atommüll aus Frankreich nach Gorleben. Zwischen 2014 und 2017 plant das niedersächsische Umweltministerium, weitere 21 Behälter mit Atommüll aus dem britischen Sellafield nach Deutschland zu holen.

    102 Behälter mit Atommüll und abgebrannten Brennelementen lagern derzeit im Zwischenlager Gorleben.

    In Harlingen hatten in der Nacht nach Polizeiangaben etwa 3500  Menschen die Schienen blockiert oder sich an Protesten rund um die  Blockade beteiligt. Die Atomkraftgegner sprachen von bis zu 5000  Menschen. Die Räumung durch die Polizei verlief schleppend. Hauke  Nissen, ein Sprecher der Gruppe WiderSetzen, die zu der  Schienenblockade aufgerufen hatte, sprach von einem ruhigen Ablauf  der Räumung. Es habe vereinzelt Übergriffe gegen Blockierer  gegeben, einige seien "gezerrt und gezogen" worden. Jedoch sei die  Räumung ruhiger verlaufen als erwartet.

    Polizei im Dauereinsatz

    Nissen befand sich selbst am Sonntagmorgen in Polizeigewahrsam  auf einem Feld nahe den zuvor besetzten Gleisen. Das durch  Polizeiautos abgesperrte Areal lag unter freiem Himmel. Nissen übte  scharfe Kritik daran, dass die von der Polizei weggetragenen  Blockierer ihre Rucksäcke auf den Schienen lassen mussten. In dem  Polizeikessel würden Decken knapp. Viele hätten in ihren Taschen  Decken oder andere Dinge, die sie nun dringend bräuchten. Es  herrschten starke Windböen und ein Nieselregen habe eingesetzt.

    Räumung lief ruhig und geordnet

    Ein Polizeisprecher vor Ort sagte, die Räumung sei sowohl von  Seiten der Polizei als auch der Demonstranten "ruhig und geordnet"  verlaufen. Dem Sprecher zufolge wurden alle diejenigen, die der  Aufforderung zum Räumen der Gleise nicht folgten, in die sogenannte  Außengewahrsamstelle gebracht. Sie sollen einem Richter vorgeführt  werden. Nissen schätzte die Zahl der in Gewahrsam genommenen  Demonstranten auf etwa 2000. Die Gefangenensammelstelle auf freiem  Feld bezeichnete er als "illegal".

    Castoren aus La Hague

    Der Zug mit den elf Castoren aus der französischen  Wiederaufarbeitungsanlage La Hague war am Samstagabend im  Güterbahnhof Maschen südlich von Hamburg umrangiert worden, um  seine Fahrt nach Lüneburg in entgegengesetzter Richtung  fortzusetzen. Nach Angaben der Blockierer stand er am Morgen weiter  in Maschen. AFP

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