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Corona-Impfstoff
11.11.2020

Karliczek will offensiv gegen Bedenken bei Corona-Impfung vorgehen

Plant eine Informations- und Aufklärungskampagne zur Corona-Impfung: Forschungsministerin Anja Karliczek.
Foto: Michael Kappeler, dpa

Es könnte bald einen Corona-Impfstoff geben - eine Impfpflicht aber nicht, sagt Forschungsministerin Karliczek. Sie kündigt eine Aufklärungskampagne an.

Nach dem Durchbruch für vielversprechende Corona-Impfstoff der Pharmafirmen Biontech und Pfizer  will Bundesforschungsministerin Anja Karliczek offensiv auf mögliche Impf-Bedenken in der Bevölkerung eingehen. Die Bundesregierung werde bei der Furcht vor Impfungen oder Nebenwirkungen auf volle Transparenz setzen, kündigte die CDU-Politikerin im Gespräch mit unserer Redaktion an. „Um dieser Angst zu begegnen, ist die kontinuierliche Information und Aufklärung der Bevölkerung zur Wirksamkeit der Impfung und ihrer Risiken wichtig“, sagte die Wissenschaftsministerin. „Eine Impfpflicht ist nicht vorgesehen“, stellte sie klar.

Karliczek bezeichnet Durchbruch bei Biontech und Pfizer als ermutigend

„Wenn positive Ergebnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen vorliegen, sollten diese auch bekannt gemacht werden“, sagte Karliczek. „Das soll den Menschen dabei helfen, eine selbstbestimmte Impfentscheidung zu treffen.“ Die Forschungsministerin wertete die Zwischenergebnisse bei der Erprobung des Corona-Impfstoffs als sehr ermutigend. „Wir freuen uns natürlich sehr über die positiven Studiendaten von Biontech und Pfizer“, betonte sie. „Diese ersten Ergebnisse machen Hoffnung und werden sich hoffentlich auch in den noch folgenden Analysen zur Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs bestätigen“, fügte sie hinzu. „Ein Antrag auf Zulassung noch in diesem Jahr wäre ein enormer Erfolg.“

 

Gleichwohl bleibe die Bundesregierung bei ihrer Prognose, dass erst an kommenden Sommer flächendeckend Impfstoffe zur Verfügung stehen werden: „Wenngleich die Daten von Biontech und Pfizer ermutigend sind, handelt es sich hierbei um Zwischenergebnisse, welche sich in weiteren Analysen und durch die Auswertung größerer Probandenzahlen noch bestätigen müssen.“ Die Zulassungsbehörden müssten die Anforderungen und die Sicherheit für die verschiedenen Alters- und Risikogruppen berücksichtigen. „Sollte der Impfstoff bereits vor dem Sommer flächendeckend zur Verfügung stehen – umso besser.“ Es  sei davon auszugehen, dass das Ziel, große Teile der Bevölkerung impfen zu können, nur schrittweise erreicht werden könne. „Dennoch, die Zuversicht steigt“, betonte Karliczek.

Karliczek verteidigt Impfstrategie der Bundesregierung

Die Bundesministerin betonte, dass wie von die EU-Kommission mit Biontech und Pfizer vertraglich geregelt, eine europaweite Verteilung des Impfstoffs erfolgen soll. „Der solidarische Ansatz in Europa ist richtig“, sagte  Karliczek. „Wir können angesichts der offenen Grenzen in Europa und unserem Werteverständnis die Pandemie nur gemeinsam überwinden.“

Das Sonderprogramm ihres Ministeriums zur Ausweitung der Produktions- und Abfüllkapazitäten für Impfstoffe in ausreichender Zahl habe sich jetzt schon bewährt. „Biontech konnte beispielsweise einen Herstellungsstandort in Marburg übernehmen, um dort eine der größten Produktionsstätten für Boten-RNA in Europa aufzubauen“, sagte die CDU-Politikerin. Dies sei ein wichtiger Schritt, um bei einer erfolgreichen Zulassung zeitnah ausreichende Mengen des Impfstoffs herstellen zu können. „Die Produktion ist bereits angelaufen, in der Hoffnung, dass nach einer Zulassung damit schon gewisse Menge bevorratet sind“, erklärte sie..

Auch das vorliegende Konzept zur Impfstrategie biete eine gute Grundlage für eine effektive, gerechte und faire Impfstoffverteilung, sagte Karliczek. „Die Covid-19-Pandemie darf nicht zulasten der Schwächsten in unserer Gesellschaft gehen. Deshalb müssen bei einer zukünftigen Impfstoffverteilung vor allem die Risikogruppen in der Bevölkerung sowie die Menschen in den Gesundheitsberufen einen schnellen Zugang zu Impfstoffen erhalten.“

Lesen Sie dazu auch das Interview: Ministerin Karliczek beteuert: „Eine Impfpflicht ist nicht vorgesehen“

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