Peer Steinbrücks Stinkefinger auf dem Titel des SZ-Magazins hat Leser und Wähler überrascht. Da sind sich wohl so ziemlich alle einig. Ob die Stinkefinger-Pose des SPD-Kanzlerkandidaten allerdings für gut geheißen wird, da gehen die Meinungen sehr weit auseinander.
Steinbrücks Stinkefinger: "Gesamtnutzenbilanz wird nicht positiv sein"
Im Forum von AZ-Online überwiegt bislang die negative Kritik. So schreibt Leser BamBam778: "Ironie hin oder her. Ironie kapiert nicht jeder. Von 10 Personen die er durch cool, ironisch, usw... gewinnt wird er 20 verlieren. Die Gesamtnutzenbilanz wird nicht positiv sein."
User Zackbumm fragt sich offenbar, was in diesem Moment in Peer Steinbrück gefahren ist. "Eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl will Steinbrück den Leuten, die bisher vorhatten ihn zu wählen, ruhig nochmal vor Augen führen, was sein erklärtes Ziel ist: Nämlich auf keinen Fall Kanzler zu werden. Was um Himmels Willen will er sonst mit diesem Bild aussagen?"
Leser über Steinbrück: "Persönlich beleidigend und anmaßend"
Leser Buzale will, wie er ins Forum schreibt, keinen Bundeskanzler, egal welcher Partei, der das als cool oder lässig sieht. Anvaller findet: "Unabhängig jeder politischen Richtung: Ich finde es persönlich beleidigend und anmaßend und hoffe, dass er, ganz persönlich, in einer Woche seine Quittung erhält."
Ciara_lonza: "Es paßt wieder mal gut zu Herrn Steinbrück. Alleine diese Beratungsresistens gegenüber seinem Pressesprecher läßt ahnen wie er regieren würde. Man stelle sich einen Kanzler vor, dem jegliches diplomatisches Gespür fehlt."
Leser taktifux sagt vorausschauend über Steinbrücks Stinkefinger-Pose: "Ob sie politisch klug war, oder ob Steinbrück damit politischen Selbstmord begangen hat, sehen wir spätestens am Wahltag."
"Lieber Mittelfinger als Merkel-Raute"
Auf der Facebook-Seite der Augsburger Allgemeinen hingegen, gibt es etliche Leser, die Steinbrücks Mittelfinger nicht schlimm finden. Hubertus Merk: "Also lieber nen gepflegten mittelfinger, als ne ungepflegte, abgekaute merkel- raute. und wer das interview ganz liest, kann auch diese reaktion verstehen. ich geh mal davon aus, dass er das autorisiert hat...und dann find ichs gut!"
Sarah Mair: "Der Stinkefinger richtet sich an seine Kritiker und die Presse die immer nur nach irgendwelchen Skandalen sucht. Ich find seine Antwort darauf sehr amüsant!"
"SPD-Mann steht zu dem was er sagt"
Fabian Kr: "Schon gut, dass Steinbrück diese - wie die SZ berichtet sehr spontane - Geste nicht zurückhält sondern abdrucken lässt. Im Gegensatz zu Herrn Rösler, der Interviews gibt und sie anschließend zurückhält, steht der SPD-Mann wenigstens zu dem was er sagt - oder in diesem Fall eben gestikuliert."
Dann aber gibt es auch Leser wie Richard Kl und Stefan Baisch, die es von Peer Steinbrück einfach nur "peinlich" finden. ina