Der Sozialist François Hollande ist jetzt offiziell der neue Präsident Frankreichs. Hollande übernahm am Dienstagvormittag im Elysée-Palast in Paris die Amtsgeschäfte. Der konservative Präsident Nicolas Sarkozy übergab dem Sozialisten den Atom-Code und Dossiers mit Staatsgeheimnissen und verließ im Anschluss mit seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy den Präsidentenpalast.
Hollande in Begleitung seiner Lebensgefährtin
Nach der Verlesung der Wahlergebnisse der Stichwahl vom 6. Mai, die der Sozialist gegen Sarkozy gewonnen hatte, wurde Hollande offiziell zum neuen Präsidenten. Der neue Staatschef wurde bei der Zeremonie von seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler begleitet. Der Sozialist wird dann eine kurze Ansprache halten und später über den Prachtboulevard Champs-Elysées fahren sowie an einem Empfang im Rathaus teilnehmen.
Am Nachmittag zum Antrittsbesuch nach Berlin
Am Nachmittag will Hollande seinen Regierungschef ernennen. Nach Angaben eines sehr engen Vertrauten des neuen Präsidenten wird der langjährige Fraktionschef der Sozialisten im französischen Parlament, Jean-Marc Ayrault, neuer Premierminister. "Ich denke, er wird gleich ernannt werden", sagte der Chef der französischen Finanzmarktaufsicht AMF, Jean-Pierre Jouyet, dem Sender RTL.
Das ist François Hollande
François Gérard Georges Nicolas Hollande wurde am 12. August 1954 im französischen Rouen geboren.
Er löste nach einer Stichwahl am 6. Mai 2012 mit knapp 52 Prozent der Stimmen den konservativen Nicolas Sarkozy (UMP) als französischen Präsidenten ab.
Hollandes Sieg galt als historischer Machtwechsel in Paris: Erstmals seit 17 Jahren wurde ein Sozialist wieder Präsident.
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2007 bewarb sich Hollandes damalige Lebensgefährtin Ségolène Royal letztlich erfolgreich um die Kandidatur der Parti Socialiste (PS). Aus dieser Zeit stammt die scherzhafte Titulierung Hollandes als "Monsieur Royal".
Aus der Beziehung zu Ségolène Royal, die bis 2007 andauerte, stammen zwei gemeinsame Söhne und zwei Töchter.
Hollande sagte über das Präsidentenamt, dass er es als „normaler“ Präsident auszuüben gedenke. Dieser Satz zielte auf die polarisierende und als sprunghaft geltende Persönlichkeit von Amtsinhaber und Gegenkandidat Nicolas Sarkozy. Die Rede vom „normalen Präsidenten“ wurde zum zentralen Thema.
Nach seiner Wahl gab François Hollande sich volksnah: Er wollte sein eigenes Gehalt kürzen, selbst einkaufen und mit dem Zug zur Arbeit fahren.
Hollande fliegt am späteren Nachmittag zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin, wo er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über den europäischen Fiskalpakt und seine Forderung nach mehr Wachstumsimpulsen sprechen wird. Vor einem gemeinsamen Abendessen werden beide am Abend vor die Presse treten. Hollande fliegt noch am selben Abend wieder zurück nach Paris. AFP/AZ