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Gehalt

06.03.2020

Frauen in Vollzeit verdienen in Bayern 600 Euro weniger als Männer

Mit Freunden üben und dann auch mit Kollegen über Gehälter sprechen: Wer informiert ist, kann mehr gegen ungleiche Löhne tun.
Bild: Christin Klose, dpa

In Bayern verdienen vollzeitbeschäftigte Frauen weniger als im Rest Westdeutschlands. Die Linksfraktion spricht von „massiver Benachteiligung“.

Die Löhne der Frauen im Freistaat liegen nicht nur weit unter denen der bayerischen Männer, sondern auch unter dem Durchschnitt der Frauen in den westlichen Bundesländern. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Das Durchschnittsentgelt vollzeitbeschäftigter Frauen beträgt demnach in Westdeutschland 3081 Euro, in Bayern 14 Euro weniger. Eine vollzeitbeschäftigte Frau verdiente in Bayern im Mittel 3067 Euro und damit im Schnitt 600 Euro weniger als ein vollzeitbeschäftigter Mann.

Mit Blick auf den Internationalen Frauentag am 8. März spricht die Linksfraktion von einer „anhaltenden massiven Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben“. Für die Linken-Abgeordnete Susanne Ferschl steht fest: „Wenn Frauen in nahezu allen Bereichen des Arbeitsmarktes schlechter gestellt sind, ist das kein Zufall, sondern ein strukturelles Problem. Statt warmer Worte am Frauentag braucht es deshalb 365 Tage entschlossenes Handeln.“

Frauen häufiger in Teilzeit und Niedriglohn-Sektor

Laut Ferschl zeigen die Zahlen der Bundesregierung, dass Bayern bei der Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben keineswegs eine Ausnahme bilde: Frauen seien weitaus häufiger als Männer in Teilzeit oder gar auf geringfügiger Basis beschäftigt. Von den 1,6 Millionen Teilzeitbeschäftigten in Bayern waren den Angaben zufolge im Juni 2019 rund 1,3 Millionen weiblich. Zudem arbeiten fast doppelt so viele Frauen wie Männer auf geringfügiger Basis. In Bayern arbeitet statistisch jede vierte vollzeitbeschäftigte Frau (24 Prozent) im Niedriglohnbereich, bei den Männern ist es nur jeder Achte (11,6 Prozent). Frauen sind in der Folge häufiger als Männer im Alter auf Grundsicherungsleistungen angewiesen – knapp 60 Prozent der Bezieher von Grundsicherung im Alter sind weiblich.

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Die Linksfraktion verweist zudem auf Zahlen der Rentenversicherung, wonach die durchschnittliche Altersrente von Frauen in Bayern 680 Euro beträgt, während das bundesweite Mittel der Rentenzahlbeträge an Frauen bei 733 Euro liegt. „Frauen dürfen nicht länger Beschäftigte Zweiter Klasse bei den Löhnen und den Arbeitsbedingungen sein“, fordert Ferschl.

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