Neun Monate nach Beginn der Atomkatastrophe in Fukushima hat die japanische Regierung die "Kaltabschaltung" der Reaktoren bekanntgegeben. Die Reaktoren in der havarierten Anlage befänden sich "im Zustand der Kaltabschaltung, so dass das Unglück nun unter Kontrolle ist", sagte Regierungschef Yoshihiko Noda laut der Nachrichtenagentur Jiji am Freitag bei einem Treffen mit der Atom-Taskforce des Landes.
Japanische Regierung verkündet "Kaltabschaltung" von Fukushima
Die "Kaltabschaltung" ist eine entscheidende Etappe bei der Bewältigung des Unglücks: Die Temperaturen im Innern der Reaktoren liegen nun konstant unter hundert Grad, womit das radioaktive Material in den Reaktorkammern unter Kontrolle ist. Damit kann nun mit dem Abbau der Anlage begonnen werden. Experten warnen jedoch, dass dies bis zu drei Jahrzehnte dauern kann.
Reaktoren in havariertem Atomkraftwerk damit unter Kontrolle
In dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi war am 11. März durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und einen anschließenden Tsunami das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe mehrerer Reaktoren schmolzen. Um die Reaktorkammern zu kühlen, besprühte die Betreiberfirma Tepco sie mit Wasser. Bei dem Unglück handelt es sich um den schwersten atomaren Zwischenfall seit Tschernobyl im Jahr 1986. afp/AZ