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Hohe Kaution: Strauss-Kahn: Entlassung aus der U-Haft gegen scharfe Auflagen

Hohe Kaution

Strauss-Kahn: Entlassung aus der U-Haft gegen scharfe Auflagen

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    Dominique Strauss-Kahn darf das Gefängnis auf Kaution und unter strengsten Auflagen verlassen. dpa
    Dominique Strauss-Kahn darf das Gefängnis auf Kaution und unter strengsten Auflagen verlassen. dpa

    Rund eine Woche musste der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Untersuchungshaft verweilen. Jetzt steht der 62-Jährige kurz vor der Entlassung. Dies ermöglichte eine Kaution in Höhe von einer Millionen Dollar und einer Bürgschaft von weiteren fünf Millionen Dollar.

    Strauss-Kahn darf nur unter Vorbehalt aus dem Gefängnis auf der Insel Rikers Island. Der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds darf sein Haus in Mannhattan nicht verlassen. Er musste seinen Reisepass abgeben und und eine elektronische Fußfessel tragen. Rund um die Uhr wird er von bewaffneten Sicherheitsleuten bewacht. Auch Kameras sollen den 62-Jährigen unter ständiger Kontrolle haben.

    Für die anfallenden Sicherheitskosten muss Strauss-Kahn selbst aufkommen. Das legte der Richter Michael Obus fest. Nach Schätzungen von Staatsanwalt John McConnell betragen diese mehr als 200.000 Dollar (140.000 Euro) im Monat.

    Wie Strauss-Kahns Anwalt William Taylor mitteilte, habe die Frau des zurückgetretenen IWF-Chefs, die Fernsehjournalistin Anne Sinclair,  bereits eine Wohnung in New York gemietet. Die strengen Sicherheitsauflagen kritisierte er als überflüssig: Strauss-Kahn sei ein "ehrenhafter Mann", dessen einziges Interesse es sei, seinen Namen reinzuwaschen. Es sei "lächerlich" zu glauben, Strauss-Kahn werde einfach nach Frankreich verschwinden.

    Staatsanwaltschaft befürchtet Flucht von Strauss-Kahn

    Die Staatsanwaltschaft betonte dagegen, es bestehe eine hohe  Fluchtgefahr. Sie verwies unter anderem darauf, dass Strauss-Kahn wenige Stunden nach dem mutmaßlichen sexuellen Übergriff gegen eine Hotelangestellte am New Yorker Flughafen JFK an Bord einer Air-France-Maschine festgenommen wurde.

    Außerdem habe Strauss-Kahn "Status und Mittel", bei einer Flucht aus den USA ein "gemütliches und komfortables Leben" jenseits der Zugriffsmöglichkeiten der US-Behörden zu führen, sagte Staatsanwalt McConnell. Richter Obus drohte Strauss-Kahn mit Konsequenzen beim "kleinsten Problem" bei der Einhaltung der Vorgaben.

    Grand Jury bestätigt alle Anklagepunkte gegen Strauss-Kahn

    Vor dem Beschluss zur Freilassung Strauss-Kahns aus der U-Haft hatten ihn die Geschworenen der Grand Jury formell angeklagt. Strauss-Kahn soll am Samstag ein Zimmermädchen in einem New Yorker Luxushotel sexuell angegriffen und zum Oralsex gezwungen haben.

    Die Ermittler werfen ihm unter anderem versuchte Vergewaltigung, Freiheitsberaubung sowie einen "kriminellen sexuellen Akt" vor, worunter im US-Strafrecht erzwungener Oral- oder Analverkehr fällt. Bei einer Verurteilung droht ihm eine hohe Haftstrafe. Strauss-Kahn weist die Vorwürfe gegen ihn zurück.

    Der nächste Anhörungstermin vor Gericht wurde auf den 6. Juni festgesetzt. Dort könnte Strauss-Kahn auf nicht schuldig plädieren, was einen Prozess zur Folge hätte. Bekennt er sich schuldig, könnte er mit der US-Justiz eine Übereinkunft treffen und so einen Prozess  vermeiden.

    Wegen der Vorwürfe gegen ihn hat der 62-Jährige inzwischen seinen Rücktritt vom Chefposten des IWF erklärt. Er habe sich zum Schutz seiner Familie und des IWF zu dem Schritt entschlossen, hieß es in  einer am Donnerstag vom Währungsfonds veröffentlichten Erklärung Strauss-Kahns.

    Nachfolgerfrage für IWF

    Außenminister Guido Westerwelle will nach dem Rücktritt von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn den Einfluss Europas auf das Gremium gewahrt sehen. "Dass wir Europäer ein Interesse daran haben, dass unser europäischer Einfluss nicht abnimmt, das versteht sich von selbst und dass wir in dieser Richtung auch Gespräche führen, das ist naheliegend", sagte der FDP-Politiker am Freitag im Deutschlandfunk.

    Namen möglicher Kandidaten wollte er nicht nennen. Auf die Frage, ob es an der Zeit für einen IWF-Chef aus einem Schwellenland sei, sagte Westerwelle, er wolle darüber nicht spekulieren. Diese Gespräche seien "schwierig genug".

    Der Vorsitzende der Gruppe der Euro-Länder, Jean-Claude Juncker, und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy haben sich ebenfalls für einen europäischen Kandidaten ausgesprochen. Der Internationale Währungsfonds wird traditionell von einem Europäer geführt. AFP/dapd/AZ

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