Am Samstag noch hatten Arbeitern versucht, einen Riss am Leitungssystem von Reaktor 2 abzudichten. Nach Angaben der Betreiberfirma Tepco scheiterte der Versuch. Danach wurde der Versucht mit Kunstharz, Zeitungspapier und Sägespäne wiederholt. Durch den Riss, der etwa 20 Zentimeter lang ist, läuft radioaktiv versuchtes Wasser in den Ozean. Doch diese Arbeiten wurden bis Sonntag nicht erfolgreich abgeschlossen.
Nun soll eine schwimmende Plattvor das versuchte Wasser aufnehmen. Rund 10.000 Tonnen könnte die 136 mal 46 Meter große Plattform in ihren Tanks speichern. Ein Regierungsbeamter sagte dem Sender Fuji TV, er rechne mit einer "langen Schlacht" in Fukushima. Neben dem radioaktiv verseuchten Wasser, dass in den Pazifik fließt, sind vor allem die über 10.000 gebrauchten Brennstäbe, die in Abklingbecken gelagert werden gefährlich.
Tepco teilte unterdessen mit, dass auf dem Gelände der Atomanlage die Leichen von zwei Mitarbeitern gefunden worden seien, die seit dem Tsunami vermisst waren. Sie starben offenbar durch die Flutwelle.
Ministerpräsident Naoto Kan war am Samstag erstmals in der von dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März verwüsteten Region und versprach den Einwohner Unterstützung. von der Hafenstadt Rikuzentakata reiste er später in die Präfektur Fukushima und traf mit Einsatzkräften aus dem zerstörten Atommeiler zusammen. "Sie müssen mit der Überzeugung kämpfen, diese Schlacht nicht verlieren zu dürfen", sagte Kan den Arbeitern.
Am Sonntag setzten über 25.000 japanische und US-Soldaten in der Unglücksregion eine dreitätige Suchaktion nach Leichen fort. Die Soldaten entdeckten an den ersten beiden Tagen der Suche jedoch nur 176 weitere Leichen. Die Gesamtzahl der Toten und Vermissten durch die Katastrophe vor drei Wochen liegt bei mehr als 27.500.
In der Hafenstadt Minamisanriku starteten die Behörden am Sonntag eine Massenevakuierung. 1100 Menschen, die durch die Tsunamikatastrophe obdachlos wurden, mussten wegen der schwierigen Unterbringungs- und Versorgungslage in andere Städte verlegt werden. afp