Das Krankengeld ist eine der wichtigsten sozialen Errungenschaften. Es hilft, dass Menschen mit einer schweren Erkrankung wegen ihrer Arbeitsunfähigkeit unverschuldet in die Armut fallen. Wie stark es in Anspruch genommen wird, ist kaum steuerbar.
Und dass die Ausgaben der Krankenkassen dafür steigen, kann auch nicht verwundern: Verdichtung der Arbeitsprozesse, insgesamt höhere Beschäftigtenzahlen und eine längere Lebensarbeitszeit – alles politisch gewollt, aber nicht ganz ohne kostenträchtige Nebenwirkungen.
Teil-Krankengeld wäre sinnvoll
Nichts ist so gut, dass es nicht verbessert werden könnte – auch das Krankengeld. Der Vorschlag der Experten für ein neues Teil-Krankengeld hat was. Denn die bisherige Regelung, dass jemand entweder ganz oder gar nicht arbeiten kann, geht in vielen Fällen an der Realität vorbei. Oftmals hilft schon eine zeitweilige Arbeitsentlastung für den Genesungsprozess.
Wenn dann die Krankenkasse weitgehend für den Lohnausgleich sorgt, ist eigentlich allen Seiten geholfen. Allerdings funktioniert das nur mit strenger Überwachung. Ansonsten droht vielfältiger Missbrauch, zum Beispiel als Ersatz für eine Teilrente. Dafür sind die Krankenkassenbeiträge aber nicht gedacht.