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Legalisierung von Drogen ist gefährlicher Populismus

Kommentar Von Michael Pohl
16.10.2021

Der Konsum von Suchtmitteln ist während der Corona-Pandemie gestiegen. Stimmt die Ampel-Koalition für eine Legalisierung von Drogen, könnte das weitreichende Folgen haben.

Mediziner und erste Daten weisen daraufhin, dass der Konsum von Suchtmitteln während der für viele seelisch belastenden Corona-Pandemie gestiegen ist. Nicht nur bei Alkohol, sondern laut UN-Angaben auch bei Cannabis und anderen Drogen.

Wenn SPD, Grüne und FDP nun als Zeichen des Aufbruchs Cannabis legalisieren wollen und zynischerweise dabei von Steuereinnahmen träumen, zeigt dies, wie wenig die Politik aus dunklen Pandemiezeiten lernt.

Den richtigen Umgang hat das Bundesverfassungsgericht bereits 1994 vorgezeichnet: Ein Recht auf Rausch gibt es nicht, Hasch und Marihuana sind nicht mit Alkohol und Nikotin gleichzustellen, ein Verbot ist angemessen. Zugleich legten die Richter fest, dass bei „geringer Menge“ zum Eigenverbrauch von strafrechtlicher Verfolgung abgesehen werden kann. Zu den Blüten des Föderalismus gehört es, dass meist sechs oder zehn Gramm toleriert werden, in Berlin aber 15 Gramm. Hier könnte der Bund einen einheitlichen Wert als Ordnungswidrigkeit vorgeben.

Überall, wo Cannabis legalisiert wurde, stieg der Konsum deutlich

Eine Legalisierung wäre aber gefährlicher Populismus: Überall, wo Cannabis legalisiert wurde, stieg der Konsum deutlich. Trotz Altersgrenzen leider auch bei Jugendlichen, für die die Droge unbestritten eine erhebliche Gefahr darstellt.

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19.10.2021

Das Festhalten am Verbot ist gefährlicher Populismus, denn das Verbot schützt nicht, wie vorgeblich behauptet wird, die Gesundheit, denn es senkt nachweislich nicht die konsumierten Mengen - und das betrifft nicht nur Deutschland, das betrifft, so die europäische Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA, ganz Europa.

Das Verbot hebelt den Jugendschutz aus, denn der Dealer illegaler Drogen fragt nicht nach einem Ausweis, und den Verbraucherschutz aus, illegales Weed wird gern mit Streckmitteln versetzt abgegeben, zuletzt sind es gar NPS wie synthetische Cannabinoide, mit denen CBD-Hanfblüten besprüht wurden. Gerade Letzteres ist durch Anschauen, Riechen nicht feststellbar, aber diese synthet. Cannabinoide können heftige Nebenwirkungen verursachen, sogar Todesfälle wurden schon berichtet. Außerdem weiß Kunde nicht den THC/CBD-Gehalt, das ist so als würde einem Alkohol in einer dunklen Flasche vorgesetzt, da kann Dünnbier, Starkbier, Whiskey oder Rum oder etwas daraus Zusammengepanschtes drin sein.

Mit dem Verbot werden weiterhin die Konsumenten kriminalisiert, obwohl ihr Hobby niemand anderen schädigt, es stärkt den Schwarzmarkt und damit die diesem innewohnende Kriminalität und macht die Gesellschaft gefährlicher, siehe die Drogengangs.

Ich weiß nicht, warum man an diesem gescheiterten Konzept weiter festhalten muss.

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18.10.2021

Es ist nicht einmal gesagt, dass der Konsum steigt. Der Konsum wird nur sichtbar. Ich glaube nicht, dass die Dealer zur Zeit ihr Handelsvolumen und ihren Umsatz angeben. Zum legalen Verkauf kommt die Nachverfolgbarkeit. Damit dürfte die Qualität steigen und vor allem gleichbleibend sein. Folgeschäden des Konsums werden damit weniger. Wer weiß zur Zeit schon mit was irgendein Dealer das Zeug verschneidet.

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19.10.2021

Exakt so ist es, denn unter legalen Bedingungen wird wird offener gehandhabt und viel häufiger zugegeben.
Zu meinen Schulzeiten noch und Beginn der Heroinwelle kamen die die es verwendeten und meinten klasse Zeug, allerdings ah man was es anrichtete und schreckte somit ab,
Da wurde seitens der Behörden aber noch nicht vehement dagegen vorgegangen, als dies geschah wurde sich versteckt und ein paar Jahre später kam dann die richtig große Welle.
Dadurch, dass nicht mehr offen betrieben wurde fiel der Abschreckungseffekt schlagartig weg.
Ich weiß von was ich schreibe, ich hatte 3 Schulkameraden durch Überdosis verloren, und dies nebst der ganzen Entstehungsgeschichte mit ansehen müssen.
Sucht ist eine Erkrankung und keine Kriminalität

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17.10.2021

Aus gesundheitlicher Sicht sind Drogen ein Segen für kranke und leidende Menschen.
Wenn aber jemand seine Süchte befriedigen möchte kann das fatale Auswirkungen auf die Gesellschaft haben und die sind bereis bekannt. Die Krankenkassen melden starke Steigerungen bei psychischen Erkrankungen, die natürlich nicht nur allein auf Süchte zurückzuführen sind aber aufzeigen dass viele Menschen zu Rauschmitteln greifen um ihre Leben ,,schöner" gestalten zu können und eigentlich auf längere Sicht das gegenteil bewirken.
Man sollte die Ansicht von Neurologen in Bezug auf Cannabis nicht außer Acht lassen.

https://www.dw.com/de/marihuana-cannabis-regt-die-grauen-zellen-im-gehirn-an/a-47089327

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Drogen_und_Sucht/Broschueren/Cannabiswirkung_im_Gehirn_Praeventionsmaterial_fuer_Jugendliche_u_Lehrer_S....pdf

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17.10.2021

Der Cannabis-Konsum von Jugendlichen in den USA und Kanada stieg nicht an, er sank sogar in weiten Teilen und ist niedriger als vor der Legalisierung.

Die Behauptung des Autors ist also nachweislich falsch – und schon macht sein ganzer Kommentar keinen Sinn mehr.
Das Verbot von Cannabis sorgt nicht für weniger Konsum. In Ländern mit restriktiver Politik, wie in Deutschland, steigt der Konum bei Jugendlichen dagegen stetig. Der Schwarzmarkt verhindert jeglichen Jugendschutz.

Warum wird ein solcher Kommentar online gestellt? Prüft das niemand?
Eine eigene Meinung zu haben ist völlig ok. Aber falsche Behauptungen zu verbreiten, um seine Meinung zu begründen, geht überhaupt nicht …

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18.10.2021

Genau das dachte ich spontan auch, zudem sind die Erfahrungen in Portugal seit 20 Jahren sehr positiv.
https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/drogen-portugal-sieht-liberale-drogenpolitik-als-erfolg-an
Deren Drogentotenzahlen sind in diesen Jahren auf unter 10% der Ausgangszahlen gesunken.

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18.10.2021

Das ist eine total lustige Sache:

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/cannabis-legalisierung-usa-1.4516024

>> ...konsumieren Jugendliche in den USA nicht mehr Gras als früher - sondern womöglich sogar weniger ... <<

"Womöglich" sind die Zahlen so belastbar wie die deutschen Impfzahlen ;-)

Einmal ist sicher der Gesamtkonsum und der Konsum Jugendlicher zu betrachten. Wobei ein Verkauf an Jugendliche auch mit der Legalisierung genau so illegal wie heute bleibt! Also bitte mitdenken!

Zum andern dürfte das Suchtgeschehen in den USA auch erheblich von der Opioidkrise überlagert sein.

Süchtige sind vielfach flexibel - Nikotin und Alkohol sind auch deswegen tolerierter, weil sie eben vielfach keine Substanzspirale in Gang setzen.

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17.10.2021

Die Vorteile legalisierter Drogen liegen doch auf der Hand: Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle - das sollte doch unserem Staat mehr Spaß machen als im Untergrund nachzuforschen.

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17.10.2021

Die Nachteile von Drogensüchtigen liegen auch auf der Hand.

Sind zu allem fähig und zu nichts zu gebrauchen.

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18.10.2021

@Peter P.: Das geht auch ohne Drogen bei einigen ganz prima. Wie siehts aus mit Nikotin? Wird ja auch manchmal als Droge bezeichnet. Ich habe nicht den Eindruck, daß die zu nichts zu gebrauchen sind.

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17.10.2021

Ouch, der Autor unterstellt Populismus und bedient sich nichts Anderem.
Die Auswertung vom Bundestag zeigt, dass in Kanada nicht die Zahl der jungen Konsumenten nach der Legalisierung dauerhaft angestiegen ist. Lediglich die Zahlen von Konsumenten über 55 ist leicht, um 3%, angestiegen.
Ob das die Gruppe ist, der man einen unverantwortlichen Konsum zuschreiben muss, kann sich jeder selbst beantworten.

Und selbst wenn die Zahl der Konsumenten insgesamt steigen sollte, ist die Legalisierung ein Gewinn für die Bevölkerung. Und zwar weil die Konsumenten durch eine gesicherte Qualität nicht mehr erheblichen Gesundheitsrisiken durch Streckmitteln ausgesetzt sind.

"Ein Recht auf Rausch gibt es nicht, Hasch und Marihuana sind nicht mit Alkohol und Nikotin gleichzustellen, ein Verbot ist angemessen. "
Der Autor schwärmt offenbar der Vergangenheit nach. Das Urteil ist über 20 Jahre her und die Studienlage zum Cannabis-Konsum hat sich seitdem extrem verändert. Auch das gesellschaftliche Klima hat sich seitdem extrem verändert.
Man kann heute sicher sagen, dass Alkohol und Nikotin viel schädlicher sind als der Konsum von Cannabis.
Sowohl was die physischen Schäden angeht, als auch die Entwicklung einer Abhängigkeit.

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17.10.2021

Während Preise für Strom, Benzin, Gas, etc. explodieren, debattiert man über so einen Unsinn wie Legalisierung von DROGEN!! Was will uns die grün-rote (und gelbe) Regierung hier mitteilen? Das ihnen wichtige Themen schlichtweg sch...egal sind? Oder, dass man diesen Zustand und diese neue Regierung nur bekifft ertragen kann?!

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16.10.2021

Die Union muss endlich aus ihrer Traumecke rauskommen. Die Realität ist, dass gekifft wird ohne Ende, ist einfach so! Und Realität ist auch, dass die Dealer manchmal zum Anfixen ihrer Kundschaft synthetische Drogen dazumischen. Und dann wirds saugefährlich, kein Mensch kennt die Zutaten. Deswegen muss ein Zugang zum geregelten Erwerb von Cannabisprodukten geschaffen werden!

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18.10.2021

Und Sie glauben, dass sich der Drogenmarkt nicht auf die neue Ausgangslage des legalisierten Cannabis einstellen kann?

Die Niederlande haben das Gegenteil längst bewiesen; diese Eintrittspforte das Volkes in die Hölle wird von liberalen und linken Politikern gerne geöffnet. Die Sieger stehen im liberalen Rechtsstaat mit offenen Grenzen für alle Kriminellen bereits vorher fest - und es sind NICHT die Bürger und ihrer Kinder.

Als Doppelbeschluss zusammen mit ultraharten Strafen bei illegalen Drogenhandel ist das sicher eine Diskussionsbasis; aber es muss klar sein - ein Staat der mich und meine Kinder nicht zu schützen bereit ist, verliert meinen Respekt und meine Unterstützung.

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18.10.2021

"der mich und meine Kinder nicht zu schützen bereit ist"
.
Die Kinder muss man weiterhin schützen, ganz klar. Legalisierung nur für Erwachsene!

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18.10.2021

@Peter P.
Holland beweist in der Hinsicht nichts, weil die nie legalisiert haben. Der Konsum und Besitz geringer Mengen wird dort nicht toleriert, aber der Anbau ist nach wie vor illegal. Dem bedient sich dann natürlich der Schwarzmarkt.

Wenn sie die Auswirkungen auf den Schwarzmarkt nach einer Legalisierung sehen wollen, dann sehen Sie sich die Auswirkungen in den entsprechenden US-Bundesstaaten, oder in Kannada an. Dort erreicht man das Ziel.

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16.10.2021

Und was sagt der Autor zu legalem Alkohol..also bitte cool bleiben, das ist nur der automatische Reflex..Drogen..iiihhh. Einfach mal ein wenig recherchieren und nicht nur dumm brüllen..und kein Mensch redet von absoluter Freiheit,es geht darum, das vergleichsweise harmlose Kiffen aus den Händen von Verbrechern zu holen..

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16.10.2021

"Überall, wo Cannabis legalisiert wurde, stieg der Konsum deutlich"

Gründe woran dies liegen kann:
Die Wahrscheinlichkeit das Personen einen Cannabis Konsum zugeben ist natürlich wahrscheinlicher wenn es legal ist.
"Konsum Tourismus", Personen reisen extra in das Land um die Droge sicher und legal zu konsumieren.

Ich bin ganz klar der Meinung eine Legalisierung muss erfolgen da:
Es den Illegalen Markt zerschlagen würde
Die exekutive und judikative entlastet würde
Neue Quelle für Steuereinnahmen (welche für eine besser Aufklärung genutzt werden kann)
Den Konsumenten durch Qualitätskontrollen und einen offeneren Umgang schützen würde.

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16.10.2021

Hasch und Marihuana sind nicht mit Nikotin gleichzustellen? Eine vernünftige Begründung wäre an dieser Stelle schön gewesen … Am besten schaut man sich an, was in anderen Ländern passiert, die den Schritt bereits gegangen sind und ob die Auswirkungen tatsächlich problematisch sind. Alleine der gestiegene Konsum ist in meinen Augen keine ausreichende Begründung. Nach dem Ende der Prohibition ist in den USA der Alkoholkonsum auch gestiegen und man ist nicht wieder zurück zu einem unwirksamen Verbot, welches zu einem guten Teil für den Aufstieg des organisierten Verbrechens verantwortlich war.

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