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Kommentar
06.04.2019

Wurde die Öffentlichkeit beim Thema Vorsorge getäuscht?

Der Hausarzt kann beispielsweise anhand einer Blutuntersuchung klären, ob Patienten rundum fit sind.
Foto: Andrea Warnecke, dpa

Das Vorsorgeangebot für gesetzlich Versicherte wird deutlich schlechter. Das ist ein Skandal - die Kommunikation der Entscheidung ebenfalls.

Der Gesundheitscheck wird seit dem 1. April nur noch alle drei Jahre für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren bezahlt. Das ist definitiv eine Verschlechterung des Vorsorgeangebots. Auch wenn argumentiert wird, dass die Diagnostik umfangreicher wird. Dennoch werden künftig zwangsläufig viele Diagnosen zu spät gestellt werden. Die Folgekosten sind dann sicherlich teurer, als wenn man weiter die Vorsorge alle zwei Jahre bezahlt hätte. Zumal Hausärzte für den Check-up pro Patient bislang nur rund 30 Euro Honorar bekommen haben. So furchtbar teuer ist das Angebot also nicht.

Schon fast skandalös

Was zudem schon fast skandalös ist, ist die Art und Weise, mit der man das Thema bislang an der Öffentlichkeit vorbei geführt hat. Kaum jemand wusste von dem Vorhaben der Entscheidungsgremien in Berlin. Lapidar wird auf einen Newsletter verwiesen, den der federführende Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) verfasst hat. Wer liest den denn? Wieso gab es offenbar keine Pressekonferenzen, bei der man gegebenenfalls die Vorzüge der vertieften Diagnostik hätte darstellen können?

So bleibt der Verdacht, dass die Öffentlichkeit bewusst nicht über die Pläne informiert wurde – um sie dann vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Lesen Sie hier die Hintergründe: Kassen zahlen Vorsorge für gesetzlich Versicherte nur noch alle drei Jahre

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