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Die Corona-Maßnahmen lockern? "Wir brauchen Geduld"

Kontra-Kommentar Von Margit Hufnagel
23.02.2021

Die Geduld der Menschen in der Krise lässt nach. Das ist verständlich. Warum Vorsicht dennoch der bessere Ratgeber ist.

Natürlich besteht eine sinnvolle Corona-Politik aus mehr als nur aus einem bangen Starren auf den Inzidenzwert. Sie muss Perspektiven aufzeigen und über die rein epidemiologische Sicht hinausgehen. Politik muss vorausdenken – und hier ändert die Corona-Mutante gerade vieles. Wo sie sich durchgesetzt hat, treibt sie die Zahl der Neuinfektionen massiv in die Höhe. Die Gefahr einer dritten Welle ist also keineswegs kalkulierte Angstmacherei, um die Menschen zum Stillhalten zu zwingen.

Wer jetzt die Geduld verliert, riskiert, die Erfolge der vergangenen Monate zunichtezumachen. Und zwar zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt – denn so nah wie jetzt waren wir einem Weg aus dieser Krise noch nie. Die Impfungen werden Fahrt aufnehmen, die zusätzlichen Tests werden uns mehr Gewissheit verschaffen. Ein halbwegs normales Leben ist damit nur noch einen Schritt entfernt. Jetzt kehrtzumachen, wäre ein riskantes Unterfangen. Schon die Öffnung der Schulen voranzutreiben, ohne gleichzeitig genügend Corona-Tests zur Verfügung zu stellen, ist eine gewagte Wette.

Deutschland war schon einmal zu halbherzig

Keine Frage: Dieses vermaledeite Coronavirus zerrt an den Nerven. Doch auch wenn manche Politiker inzwischen einen anderen Eindruck vermitteln: Es ist nicht egal, bei welcher Marke der Inzidenzwert gerade steht. Denn gepaart mit dem R-Wert gibt er uns einen wichtigen Anhaltspunkt über die Ausbreitung des Virus. Je mehr Menschen erkranken, umso schwieriger lassen sich Infektionen nachverfolgen, umso eher droht eine Überlastung der Kliniken, desto mehr Patienten sterben.

Schon einmal hat Deutschland im Herbst den Fehler gemacht, nicht beherzt genug vorgegangen zu sein. Der „Lockdown-Light“ hat den starken Anstieg der Zahlen überhaupt erst möglich gemacht. Sich zu irren, sollte auch der Politik zugestanden werden. Aber zweimal den gleichen Fehler zu machen, wäre fatal.

Lesen Sie dazu auch den Pro-Kommentar: Die Corona-Maßnahmen lockern? "Das Land braucht eine Perspektive"

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