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Porträt: Dorothee Bär: Die Frau fürs Digitale drückt aufs Tempo

Porträt

Dorothee Bär: Die Frau fürs Digitale drückt aufs Tempo

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    Die CSU-Politikerin Dorothee Bär soll  künftig die Digitalisierung Deutschlands vorantreiben.
    Die CSU-Politikerin Dorothee Bär soll künftig die Digitalisierung Deutschlands vorantreiben. Foto: Christof Stache, afp

    Bei Twitter hat sie rund 70.000 Follower, bei den Koalitionsgesprächen verhandelte sie in der Digital-AG: Die CSU-Politikerin Dorothee Bär soll als Staatsministerin im Kanzleramt künftig die Digitalisierung vorantreiben. Die 39-Jährige hat sich in der vergangenen Legislaturperiode bereits auf Bundesebene mit der Netzpolitik befasst: Als parlamentarische Staatssekretärin arbeitete sie im Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

    In der neu geschaffenen Position als Beauftragte der Bundesregierung für digitale Fragen wird ihr Aufgabenbereich deutlich aufgewertet. Fortan soll sie eng mit Kanzleramtschef Helge Braun zusammenarbeiten und an den Kabinettssitzungen teilnehmen.

    Die nach eigenen Worten "wertkonservative" Fränkin wurde am 19. April 1978 in Bamberg geboren. Sie wuchs "zwischen Weinbergen und Wallfahrtskirchen" auf, wie sie sagt, und war schon früh von Politik umgeben. Ihr Vater war Jahre lang Bürgermeister. Mit 14 trat sie in die Junge Union ein, zwei Jahre später in die CSU. Vor dem Abitur besuchte sie eine Highschool in Illinois, USA, Politikwissenschaften studierte sie in München und Berlin.

    Dorothee Bär ist verheiratet und hat drei Kinder

    Nach Ende der Koalitionsverhandlungen war Dorothee Bär zeitweise als Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit gehandelt worden - ein Bereich, in dem sie allerdings keine Erfahrung hat.
    Nach Ende der Koalitionsverhandlungen war Dorothee Bär zeitweise als Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit gehandelt worden - ein Bereich, in dem sie allerdings keine Erfahrung hat. Foto: Gregor Fischer

    Im Oktober 2002 zog sie als jüngste CSU-Abgeordnete aller Zeiten im Alter von 24 unter ihrem Mädchennamen Mantel über die bayerische Landesliste in den Bundestag ein. Karriere machte sie auch in Bayern, wo sie von 2009 bis 2013 stellvertretende Generalsekretärin ihrer Partei war. Dorothee Bär ist verheiratet, hat zwei Töchter und einen Sohn.

    Im Wahlkampf des vergangenen Jahres trat sie gerne auch im T-Shirt auf und erzählte im Plauderton von sich. Eine Frau, die die Schleife einer Schürze hinten bindet, ist Witwe, wusste sie etwa in der "Heute-Show". Dort outete sie sich auch als Rettungsschwimmerin und bewarb ihren Account bei Instagram. Ihr Lieblingsfach in der Schule sei Sozialkunde gewesen und das Vaterunser könne sie auf Latein, verriet die Katholikin zudem. Mit Hashtags wie #workingmom oder #inflachenschuhenkannichnichtdenken ist sie in sozialen Medien sehr aktiv.

    Dorothee Bär ist die Zweitjüngste am Kabinettstisch

    Nach Ende der Koalitionsverhandlungen war sie zeitweise als Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit gehandelt worden - ein Bereich, in dem sie allerdings keine Erfahrung hat.

    Am Berliner Kabinettstisch wird Bär nicht die Jüngste sein: Der designierte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist zwei Jahre jünger. Den trifft sie gelegentlich auch außerhalb des politischen Berlins, wie eines ihrer Instagram-Bilder beweist: Anfang Februar ließen sich Spahn und Bär gemeinsam mit ihren Partnern beim Wiener Opernball fotografieren - mit auf dem Bild ist auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz.

    Bei der Digitalisierung Deutshclands mahnte Bär am Montag gleich mal mehr Tempo an. Insbesondere den Unternehmen wolle sie helfen, "Championsleague zu spielen, Weltmeister zu sein", und dabei wolle sie "ein Taktgeber" sein, sagte sie in den ARD-Tagesthemen. Ihr gehe das "viel, viel zu langsam".  

    Bär sieht auch in einzelnen Fachministerien Defizite bei der digitalen Entwicklung. Sie habe in den vergangenen Jahren festgestellt, "dass wir auch in unseren Ministerien unterschiedliche Geschwindigkeiten haben", sagte sie. "Da gibt es welche, die viel viel weiter sind; andere leider noch nicht." Jedes Ministerium in Deutschland müsse "ein Digitalministerium sein", forderte die künftige Staatsministerin. (epd, dpa)

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