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Porträt
11.03.2020

Nina Hagen: Die Diva des Punk wird 65

Nina Hagen wird 65. Die Diva des Punk liebt es schrill und unberechenbar.
Foto: Werner Baum, dpa

Sängerin, Schauspielerin, Kultfigur: Nina Hagen feiert ihren 65. Geburtstag. Die Ostberlinerin schockiert das Land nicht nur mit ihrer Musik.

Sie gilt als Kultfigur der DDR-Jugend, klärte schon 1979 ein schockiertes Publikum über das weibliche Geschlecht auf und wurde später zur Punk-Diva: Nina Catharina Hagen feiert am Mittwoch ihren 65. Geburtstag.

Die Pop- und Rockwelt wäre ohne die 1955 in Ostberlin geborene Hagen definitiv weniger bunt: Sie wirkte in zahlreichen Filmen und Fernsehshows mit, macht Musik und brachte damit die Neue Deutsche Welle in Bewegung. Dabei ist sie immer wieder unberechenbar und übertritt Grenzen.

Hagen wurde als Tochter der in der ehemaligen DDR sehr populären Schauspielerin und Sängerin Eva-Maria Hagen geboren. Ihr Vater ist der Drehbuchautor Hans Oliva-Hagen. Ihre jüdischen Großeltern kamen im Konzentrationslager Sachsenhausen ums Leben. Auch ihren Vater hatten die Nazis misshandelt. Die Eltern trennten sich, als Hagen zwei Jahre alt war – ihr Ziehvater wurde der regimekritische Liedermacher Wolf Biermann, der Freund ihrer Mutter.

Jugend in der DDR: Nina Hagen flog aus der FDJ

Die kritische Haltung Biermanns färbte ab: 1967 wurde Nina Hagen, die schon sehr früh ein Talent für Operngesang zeigte, „unehrenhaft“ aus der sozialistischen Jugendorganisation FDJ entlassen. Es folgten ein Schulabbruch und eine aus politischen Gründen abgelehnte Bewerbung an der staatlichen Schauspielschule der DDR. Ihre Karriere ins Rollen brachte schließlich eine Gesangsausbildung in Ostberlin: Als Sängerin der Band Automobil landete sie 1974 den Hit „Du hast den Farbfilm vergessen“.

Durch ihre Mutter kam sie zur Schauspielerei, wirkte in der Fernsehserie „ABC der Liebe“ mit und wurde ein Idol der Jugend. Wenig später gelang ihr nach der Ausweisung Biermanns aus der DDR auch in der Bundesrepublik der Durchbruch: 1976 folgten Mutter und Tochter dem Liedermacher in den Westen. Mit der Nina Hagen Band singt sie Titel wie „TV-Glotzer“ und „Auf’m Bahnhof Zoo“ und spielt ausgedehnte Tourneen. Dabei hat sie laut Welt „auf die bundesdeutsche Reihenhaus-Idylle eine ähnliche Wirkung wie 20 Jahre zuvor Bill Haleys ‚Rock around the clock‘“.

Nina Hagen bleibt unberechenbar

Ähnlich schockiert dürften viele Zuschauer einen Fernsehauftritt der damals 23-Jährigen gefunden haben: In der ORF-Sendung „Club 2“ sagte sie, „Frauenorgasmen sind so wichtig“. Dabei lag ihr Zeigefinger auf ihrer Klitoris, es folgten Hinweise zur Selbstbefriedigung. Der Skandal war perfekt.

Nun blickt die Sängerin mit der Liedersammlung „Was denn?“ zurück auf ihre Karriere: Sie ist ein Mix aus Punk und Pop, aus Gospel und Schlager. Neben eigenen TV-Formaten spielte Hagen unter anderem in Filmen wie „7 Zwerge“ an der Seite ihrer Tochter mit. Für den Zeichentrick-Kult „Biene Maja“ sprach sie verschiedene Rollen ein. Die Diva des Punk – sie bleibt unberechenbar.

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