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Pro-Kommentar: Friedrich Merz hat in der Sache Recht

Pro-Kommentar

Friedrich Merz hat in der Sache Recht

Rudi Wais
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    Friedrich Merz, hier Ende August, sieht Teile der eigenen Partei gegen sich.
    Friedrich Merz, hier Ende August, sieht Teile der eigenen Partei gegen sich. Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

    Im diplomatischen Dienst hätte Friedrich Merz keine große Karriere gemacht. Provozierend direkt, ungeduldig, seine Kontrahenten nicht schonend: Einer wie er eckt an, zumal in einer Partei wie der CDU, die nicht zu Unrecht als Kanzlerwahlverein verhöhnt wird.

    Mögen viele Parteifreunde seine jüngsten Angriffe auch als strategischen Fehler eines gekränkten Egos betrachten: In der Sache hat Merz Recht. Natürlich hätte die Partei im Dezember einen neuen Vorsitzenden wählen können, notfalls eben mit einem digitalen Parteitag und einer anschließenden Briefwahl. Große Konzerne haben ihre Hauptversammlungen in der ersten Corona-Welle nicht anders organisiert. Mit etwas gutem Willen geht das.

    Wollte die CDU den Parteitag gar nicht zu diesem Zeitpunkt?

    Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass ein mächtiger Teil des Funktionärsapparates diesen Parteitag gar nicht mehr wollte – oder zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt und nicht in dieser Form. An dessen Ende hätte ja Merz als Vorsitzender und Kanzlerkandidat stehen können. Und es ist sicherlich kein Zufall, dass Armin Laschet als erster der drei Aspiranten eine Verschiebung gefordert hat: Er liegt in den Umfragen weit hinter Merz zurück und sieht seine Felle womöglich gerade davon schwimmen.

    Auf die CDU wirft das kein gutes Licht. Aus Angst vor Corona und aus Angst vor einem Erfolg von Merz geht die Partei mit einer offenen Führungsfrage in ein Jahr mit einer Bundestagswahl und sechs Landtagswahlen. Souverän ist das nicht. Im Gegenteil. Merz mag mit seinem Frontalangriff auf das Establishment der CDU im Ton etwas überzogen haben – die Klarheit aber, die er dabei an den Tag legt, lässt seine Partei gerade vermissen.

    Lesen Sie dazu den Kontra-Kommentar: Friedrich Merz ist ein grottenschlechter Verlierer

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