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Russland
17.09.2020

Nawalny-Team: Kremlkritiker trank vergiftetes Wasser

Nawalny war am 20. August von einem Flug von Tomsk nach Moskau zusammengebrochen.
Foto: Pavel Golovkin, dpa

Laut dem Team des Kremlkritikers wurden Spuren des Gifts Nowitschok an einer Wasserflasche gefunden. Russland witterte zunächst einen Komplott.

Der Kremlkritiker Alexej Nawalny ist nach Darstellung seines Teams nachweislich schon in Russland vergiftet worden - und zwar in einem Hotel in der sibirischen Stadt Tomsk. Das Gift soll ihm demnach in einer Flasche mit Mineralwasser in seinem Zimmer verabreicht worden sein. Nawalnys Team zeigte ein Video von den Flaschen der Marke "Swjatoj Istotschnik" ("Heilige Quelle"). Unterdessen forderte das Europaparlament, sofort eine internationale Untersuchung zu dem Fall einzuleiten.

Daran solle auch die EU beteiligt sein, hieß es in einer am Donnerstag verabschiedeten Resolution der Parlamentarier. Darin verurteilten sie den Mordversuch gegen Nawalny scharf. Außerdem sei der wiederholte Einsatz chemischer Waffen gegen russische Bürger ein Grund für Besorgnis. Die russische Staatsführung hatte wiederholt eine Verwicklung in dem Fall und in andere Fälle zurückgewiesen.

Vergiftung Nawalnys: Brüssel will Beziehungen zu Russland überdenken

Die Abgeordneten in Brüssel forderten Moskau auf, Einschüchterung, Gewalt, Belästigung und Unterdrückung von Oppositionellen ein Ende zu setzen. Zudem rief das Parlament die EU dazu auf, die Beziehungen zu Russland zu überdenken. Moskau müsse bei internationalen Foren weiterhin isoliert werden. Zudem müsse dem EU-Sanktionsregime für Menschenrechtsverletzungen zügig zugestimmt werden, hieß es.

Nawalnys Team sieht es dem bei Instagram veröffentlichten Video zufolge nun als erwiesen an, dass der 44-Jährige bereits auf russischem Gebiet vergiftet wurde. Auf ihn soll mit einem als Chemiewaffenkampfstoff verbotenen Nervengift der Gruppe Nowitschok ein Mordanschlag verübt worden sein. Die Bundesregierung in Berlin machte wiederholt Russland dafür verantwortlich.

Moskau hatte zuletzt angesichts der Vorwürfe aus Deutschland behauptet, Nawalny sei womöglich erst nach seiner Abreise vergiftet worden. Die Staatsmedien in Moskau verbreiten die Version eines Komplotts des Westens gegen Russland, um das Land erneut mit Sanktionen zu belegen. Der Kreml betonte mehrfach, dass russische Ärzte keine Vergiftungssymptome bei Nawalny hätten feststellen können. Sie hatten von einer Stoffwechselstörung gesprochen.

Indes hat die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) biomedizinische Proben Nawalnys untersuchen lassen. Die deutschen Behörden werden über die Ergebnisse unterrichtet, wie die in Den Haag ansässige Organisation mitteilte. Für die Untersuchungen hätten die OPCW-Experten unabhängig Proben Nawalnys gesammelt.

Gift in der Wasserflasche: Nawalnys Team hat im Hotel sämtliche Beweise gesichert

Nawalnys Team erklärte, ein deutsches Labor habe die Nowitschok-Spuren an der Wasserflasche nachgewiesen. Es zeigte auf dem Video, wie Nawalnys Mitarbeiter trotz Warnungen einer Hotelangestellten in dem Zimmer sämtliche möglichen Beweismittel mit Handschuhen aufgriffen und in Plastiktüten verstauten.

Sie hätten sich zu dem Schritt entschieden - unmittelbar, nachdem sie Nachricht über den Gesundheitszustand Nawalnys erhalten hatten, hieß es. Einige Mitarbeiter hatten sich demnach noch in Tomsk aufgehalten, um die Produktion eines Videos zu beenden. Sie seien zusammen mit einem Anwalt in das Hotelzimmer gegangen, hieß es.

Nawalny war am 20. August von einem Flug von Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Die Maschine landete deswegen in Omsk zwischen. Der Oppositionelle wurde dort im Krankenhaus in ein künstliches Koma versetzt und beatmet. Am 22. August wurde er nach Deutschland ausgeflogen, wo er an der Charité in Berlin behandelt wird.

Er ist mittlerweile wieder bei Bewusstsein, atmet selbst und hat bei Instagram mit einem Foto ein Lebenszeichen gegeben. Zuvor war auch darüber spekuliert worden, dass der Tee, den der Kremlkritiker am Flughafen getrunken hatte, vergiftet gewesen sein könnte.

"Wir hatten keine besondere Hoffnung, etwas Derartiges zu finden", hieß es in der Mitteilung von Nawalnys Team. Aber weil klar gewesen sei, dass Nawalny nicht einfach nur leicht erkrankt sei, hätten sie alles eingesammelt, um es später auch an die Ärzte in Deutschland zu übergeben. "Es war auch offensichtlich, dass der Fall in Russland nicht ermittelt werden würde. Und so ist es auch: Schon fast ein Monat ist um, und Russland hat die Vergiftung Nawalnys bisher nicht eingeräumt."

Die russischen Behörden wollen erst dann ermitteln, wenn sie Beweise für eine Vergiftung selbst vorliegen haben. Der Kreml rief deshalb Berlin zu einer direkten Zusammenarbeit auf. Der Fall belastet die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland erheblich. (dpa)

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Die Diskussion ist geschlossen.

17.09.2020

Bei jedem in Deutschland (von wem auch immer.....) verübten Mord oder auch Vergewaltigung wird von unseren Qualitätsmedien sofort immer gebetsmühlenartig darauf verwiesen, dass jeder Verdächtige bis zum Beweis der Schuld als "unschuldig" anzusehen ist. Ausser komischerweise bei Russland...........................................................

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18.09.2020

Hier im Artikel wird darüber berichtet, dass Nawalny-Mitarbeiter Russland verantwortlich machen. Das EU-Politiker eine internationale Untersuchung fordern. Oder steht irgendwo, dass die AZ Putin verantwortlich macht? Dürfen solche Berichte nicht mehr erscheinen sondern nur noch die Behauptung des Kremls, dass Nawalny erst in Deutschland vergiftet wurde?

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17.09.2020

Allmählich merkt doch der Naivste, dass da ein übles Spielchen läuft. Jetzt nach x Tagen, taucht ein Video auf das die mit Gift versetzte Flasche zeigt. Wo war das Video denn bisher? Warum wird seitens der Politik und der Medien unkommentiert jetzt als Fakt und als Neuheit übernommen, dass die Vergiftung im Hotel in Tomsk erfolgte? Ausser der Behauptung der Mitarbeiter von Herrn Nawalny gibt es dazu nichts an Fakten. Bisher wurde doch immer als Fakt veröffentlicht, dass der Anschlag auf dem Flughafen erfolgte.
Frei nach Bert Brecht fällt mir dazu nur ein:
So viele Berichte.
So viele Fragen.

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17.09.2020

"Gift in der Wasserflasche: Nawalnys Team hat im Hotel sämtliche Beweise gesichert"

Doch nicht schon vor der Tat, oder?
Warum sind denn unsere schlauen Damen und Herren, für die der Täter längst zweifelsfrei feststand, plötzlich so still?

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17.09.2020

@Georg Kr.
Im Artikel steht, dass die Mitarbeiter NACH der Nchricht über dem Zusammenbruch erhalten haben, zum Hotel gegangen sind.
Ob er durch das Mineralwasser oder durch den Tee oder wie auch immer vergiftet wurde spielt nicht so die Rolle. Vielleicht wurde ja durch beides eine Vergiftung versucht? Was bemerkenswert ist, dass jemand der die ganze Zeit intensiv vom russichen Geheimdienst überwacht wurde, dieser keine mögliche Erklärung über das wie der Vergiftung ihrer observierten Personpassiert hat. Werden die fürs Schlafen bezahlt? Oder sind die so gut wie manch ehemaliger Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutz? Genauso wie schlampig wer auch immer es war, die Flasche nicht zu entsorgen.
Mit den ganzen wann er vergiftet wurde, hat doch Russland angefangen mit der Behauptung er wäre erst in Deutschland vergiftet worden. In Russland wäre er nur wegen Unterzucker, Stoffwechselkrankheit, Diät, .... mit Krämpfen zusammengebrochen und ins Koma gefallen.
Was auch auffällig ist, dass ein Herr Trump entgegen seines allgemeinen Gemüts in dieser Sache sehr zurückhaltend ist.
Wieso wird eigentlich in Russland nicht wegen Vergiftung ermittelt? Es wird erst ermittelt wenn Beweise vorliegen? Ich dachte Ermittlungen sollen Beweise erbringen für eine um einen Verdacht zu bestätigen oder zu entkräften.

@Wolfgang S. Wo steht den das Politik und Medien den Bericht als Fakt übernommen haben?
Im Artikel steht "ist nach Darstellung seines Teams" und "Nawalnys Team sieht es dem bei Instagram veröffentlichten Video zufolge nun als erwiesen an, dass"
Hat das EU-Parlament nur wegen dieser Mineralflasche eine internationale Ermittlung gefordert?
Könnte man genauso behaupten die AZ behauptet Nawalny ist an eienr Stoffwechselkrankheit erkrankt. Steht doch auch im Artikel.

Wie schön, dass die Proteste in Weißrussland / Belarus vorne bei den Schlagzeilen dabei sind.

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