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Seuchen
27.06.2019

Deutscher Ethikrat: Masern-Impfpflicht für Kinder nicht gerechtfertigt

Von Erwachsenen hat das Gesundheitsamt keine verlässlichen Daten, die repräsentativ etwas über den Impfstatus der Bevölkerung aussagen können. Besser sieht es bei Schulkindern aus.
Foto: Hildenbrand/dpa (Symbolfoto)

Impfen ist keine Privatangelegenheit, stellt der Ethikrat klar. Man sollte genau prüfen, für wen eine Impfpflicht verhängt wird. Warum sie bei Kindern nicht gelten soll.

Die von der großen Koalition geplante Einführung einer Masern-Impfpflicht für Kinder in Kitas und Schulen ist aus Sicht des Deutschen Ethikrats nicht gerechtfertigt. Grund seien die insgesamt hohen Impfquoten in diesen Altersgruppen, erklärte das unabhängige Beratergremium am Donnerstag in Berlin. Zu empfehlen sei jedoch eine gesetzliche Impfpflicht "für Berufsgruppen in besonderer Verantwortung".

Ethikrat: Impfen ist keine Privatsache - Impfpflicht aber nur teilweise gerechtfertigt

Grundsätzlich sei es keine reine Privatangelegenheit, ob man sich gegen eine hochansteckende Infektionskrankheit wie die Masern impfen lasse. Angesichts einer solchen "moralischen Pflicht" sei aber zu prüfen, für wen auch eine Rechtspflicht erforderlich sei.

Nach einem Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll eine Impfpflicht gegen Masern ab März 2020 für Kinder und das Personal in Kitas und Schulen kommen, außerdem für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen. Spahn sagte zu der Stellungnahme des Ethikrats, sie helfe in der Debatte.

Der Rat stelle klar, dass es eine moralische Verpflichtung gebe, sich und die eigenen Kinder gegen Masern impfen zu lassen. Allerdings halte er es für notwendig, diese Pflicht verbindlicher zu gestalten. Zumindest Kinder, deren Betreuer und medizinisches Personal sollten daher geimpft werden. (dpa)

 

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