Wenige Stunden vor Beginn der UN-Sicherheitsratssitzung zu Syrien hat Russland seine Ablehnung jeder Resolution mit Aufforderungen zum Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad bekräftigt. Das jüngste Projekt in diese Richtung sei "zum Scheitern verurteilt", erklärte am Freitag der stellververtretende Außenminister Gennadi Gatilow laut der Nachrichtenagentur Interfax.
Russland weiter gegen UN-Resolution zu Assads Machtverzicht
Deutschland, Frankreich und Großbritannien arbeiten seit Tagen gemeinsam mit arabischen Ländern an einer Resolution des UN-Sicherheitsrats zu Syrien. In dem Resolutionsentwurf ist außer von Sanktionen gegen Damaskus ein Transfer der Macht von Assad auf seinen Vize, gefolgt von Wahlen, vorgesehen. Eine Vorstellung des Textes im UN-Sicherheitsrat könnte am Montag oder Dienstag erfolgen, die Verfasser wünschen sich eine anschließende Abstimmung.
Eine Einigung über ein härteres Vorgehen gegen Assad scheiterte bislang an den Vetomächten Russland und China. Ein von Russland vorgelegter Resolutionsentwurf, der Gewalt auf Seiten der syrischen Sicherheitskräfte und der Opposition verurteilt, geht den USA und ihren Verbündeten nicht weit genug.
Gewalt in Syrien eskaliert
Der Leiter der Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien, der sudanesische General Mohammed Ahmed Mustafa al-Dabi, sprach unterdessen von einer "bedeutenden" Zunahme der Gewalt seit Dienstag, insbesondere in Homs, Hama und Idleb.
Bei zwei Anschlägen kamen nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag zwölf Mitglieder der Sicherheitskräfte ums Leben. An einem Kontrollpunkt der Sicherheitskräfte am Eingang der Stadt Idleb starben demnach bei der Explosion eines mit Sprengstoff präparierten Auto sechs Menschen. Bei einem Angriff von Deserteuren auf zwei Busse der Sicherheitskräfte in Masairib westlich von Daraa kamen weitere sechs Menschen ums Leben.
Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte
In mehreren großen Städten töteten die Sicherheitskräfte der Beobachtungsstelle zufolge 23 Menschen, darunter allein in Naua in der südlichen Provinz Deraa zwölf und in Syriens zweitgrößter Stadt Aleppo fünf. Für die Angaben der Organisation gab es keine unabhängige Bestätigung. afp