E10: Söder hält nichts vom Biosprit
"Nicht die Lösung des Klimaproblems": Markus Söder hat scharfe Kritik an dem Biosprit E10 geübt. Bayerns Umweltminister will den Freistaat stattdessen zum Elektro-Autoland umbauen.
"E10 ist ein Musterbeispiel, wie es nicht laufen soll. Der Benzingipfel kam deutlich zu spät", sagte Söder dem "Münchner Merkur".
Der CSU-Politiker sieht ein großes Problem in der Verunsicherung der Menschen. "Das grundlegende Misstrauen der Bevölkerung gegen E10 wird sich nur sehr mühsam auflösen lassen. Das ist jetzt eine sehr unbefriedigende Situation." E10 werde "nicht die Lösung des Klimaproblems sein", sagte Söder: "Wird der Treibstoff zu wenig angenommen, bringt es nichts. Wird E10ein Erfolg, muss er billig in Massen, dann auch im Ausland, produziert werden. Sprit auf Kosten von Regenwald-Rodungen kann aber nicht die Zukunft sein."
Söder forderte stattdessen eine neue Strategie zur Elektromobilität: "Viel wichtiger als E10 ist ein zukunftsfähiges Konzept für die Elektromobilität." Bis zur Sommerpause will er in Bayern ein Konzept vorlegen, den Freistaat weltweit zum Vorbildland für Elektromobilität zu machen. Bayernweit soll es ein flächendeckendes E-Tankstellen-Netz an den Autobahnen geben. "Ziel soll sein, an jeder Autobahnraststätte das Auto aufladen zu können. Wir sind das Autoland - jetzt müssen wir auch das Elektro-Autoland werden."
Söder fordert zudem ab spätestens 2013 eine bundesweite Elektrosteuer-Reform. "Die Elektro- oder Hybrid-Autos müssen mit einer deutlichen Steuersenkung gefördert werden. Wir wollen grüne Kennzeichen für Elektro-Autos durchsetzen." (dapd, dpa, AZ)
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