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Umwelt: Klimagipfel enttäuscht die Umweltverbände

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Klimagipfel enttäuscht die Umweltverbände

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    Mit einem brennenden CO2-Zeichen fordern Greenpeace-Aktivisten vor dem Bundeskanzleramt in Berlin einen entschiedeneren Einsatz von Bundeskanzlerin Merkel für den Klimaschutz.
    Mit einem brennenden CO2-Zeichen fordern Greenpeace-Aktivisten vor dem Bundeskanzleramt in Berlin einen entschiedeneren Einsatz von Bundeskanzlerin Merkel für den Klimaschutz. Foto: dpa

    Der UN-Klimagipfel hat sich nach einem teils chaotischen Verhandlungsmarathon auf einen Fahrplan für ein globales Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung verständigt. Erstmals wollen auch große Klimasünder wie die USA und China verbindliche Ziele zur Reduzierung ihrer Treibhausgas-Ausstöße akzeptieren. Umweltverbände reagierten dennoch enttäuscht über die Ergebnisse.

    Am Sonntagmorgen, nach der dritten durchdebattierten Nacht in Folge und über dreißigstündiger Verspätung, endete die längste Klimakonferenz der Geschichte doch noch mit einem Kompromiss. Die Unterhändler aus 195 Ländern einigten sich auf einen Zeitplan für ein rechtsverbindliches Klimaabkommen, das innerhalb von drei Jahren verabschiedet und im Jahr 2020 in Kraft treten soll. Damit war die Hauptbedingung der Europäischen Union erfüllt, die sie für weitere Verpflichtungen für eine Fortsetzung des sogenannten Kyoto-Protokolls gestellt hatte.

    Bei der nächsten Klimakonferenz kommendes Jahr in Katar sollen die Ziele der Industriestaaten beschlossen werden, die entweder bis zum Jahr 2017 oder 2020 gelten sollen. Konkrete Ziele zur Minderung der Treibhausgase sind aber jetzt in Durban noch nicht festgelegt worden, den Staaten wurde dafür eine weitere Frist bis zum 1. Mai 2012 eingeräumt.

    Die Reaktionen auf den Gipfel fielen sehr unterschiedlich aus. So lobten vor allem an den Verhandlungen beteiligte Politiker den Kompromiss. „Das Paket von Durban ist ein großer, wegweisender Erfolg für den Klimaschutz“, sagte Umweltminister Norbert Röttgen. „Wir haben jetzt das Fundament und die Dynamik dafür, ein internationales Klimaschutzabkommen zu erreichen, das erstmalig für alle gilt“, erklärte der CDU-Politiker.

    Experten warnen vor unkontrollierter Erderwärmung

    Umweltschutzorganisationen kritisierten die Ergebnisse dagegen als unzureichend und viel zu langsam. Es sei völlig ungeklärt, um wie viel die großen Staaten ihren Treibhausgas-Ausstoß in den kommenden Jahren verringern wollten, sagte Martin Kaiser, der für Greenpeace die Verhandlungen in Südafrika verfolgt hatte. „Der unter Druck von Indien und den USA abgeschwächte Kompromiss wird nicht zu einem international verbindlichen Klimaschutzvertrag führen, sondern zu einem nur lose bindenden Abkommen“, warnte er. Die Verzögerung bis 2020 mache eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad fast unmöglich. Bei einer höheren Erderwärmung darüber hinaus halten viele Wissenschaftler den Klimawandel für nicht mehr kontrollierbar.

    Was ist das Kyoto-Protokoll?

    Das 1997 in der japanischen Stadt Kyoto vereinbarte Protokoll ist das bislang einzige globale Klimaschutzabkommen, das verbindliche Vorgaben für den Ausstoß von Treibhausgasen macht. Durchschnittlich sollen die beteiligten Staaten ihren Ausstoß bis 2012 im Vergleich zum Stand von 1990 um 5,2 Prozent senken.

    Teilnehmer Ratifiziert haben es mehr als 190 Staaten, doch gelten die Ausstoßvorgaben nur für insgesamt 37 Industriestaaten, nicht für Schwellen- und Entwicklungsländer. Auch die USA haben das Protokoll zwar unterzeichnet, aber nie ratifiziert, fühlen sich an dessen Vorgaben ohnehin nicht gebunden.

    Frist Die verpflichtenden Treibhausgas-Ziele des Kyoto-Protokolls laufen 2012 aus. Über ein sogenanntes Nachfolgeabkommen mit neuen Zielen stritten die Nationen jedes Jahr auf den Klimakonferenzen vergeblich. Nun soll es die Konferenz 2012 in Katar richten. mit epd/dpa/afp

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