Schon jetzt platzen viele Universitäten und Fachhochschulen aus allen Nähten. Übervolle Seminare, Stehplätze im Hörsaal sowie ein ungünstiges Zahlenverhältnis zwischen Lehrpersonal und Studenten sind schon seit Jahren an vielen deutschen Universitäten ein Problem, aber im kommenden Wintersemester wird es richtig eng: Das Statistische Bundesamt erwartet auch für das kommende Wintersemester einen neuen Rekord der deutschen Studentenzahlen.
Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Studierenden in Deutschland auf 2,218 Millionen: die höchste je gemessene Zahl in der Geschichte der Bundesrepublik. Bereits seit 2008 steigt die Zahl der Studierenden jährlich um gut vier Prozent an. Auch für das im Oktober beginnende Semester erwarten Universitäten und Hochschulen einen neuen Rekord: Wegen der Aussetzung der Wehrpflicht werden voraussichtlich deutlich mehr junge Männer an die Universitäten strömen als im vergangenen Jahr.
Uni Augsburg erwartet 18.000 Studenten im Wintersemester
In Bayern wird die Situation durch den doppelten Abiturjahrgang verschärft: Zusätzlich zu den 36.000 Abiturienten der 13. Klasse legten die ersten 32.000 bayerischen G-8-Absolventen in der zwölften ihre Prüfungen ab. So richtet sich beispielsweise die Augsburger Universität auf über zehn Prozent mehr Studenten ein. „Wir erwarten mindestens eine Gesamtzahl von 18.000 Studierenden im kommenden Wintersemester“, sagt Universitätssprecher Klaus Peter Prem. „Das ist die höchste Zahl, die es jemals an der Universität Augsburg gegeben hat.“ Schon das vergangene Wintersemester mit gut 16.000 Studenten sei ein Rekord gewesen. Ein Teil der G-9-Absolventen hat schon im Sommersemester begonnen, als die Uni Augsburg einen freien Zugang zu den ansonsten zulassungsbeschränkten Studiengängen wie Jura oder Wirtschaftsinformatik anbot.
Laut dem Statistischen Bundesamt ist das beliebteste Studienfach weiterhin Betriebswirtschaftslehre – auf Platz zwei rangiert mit deutlichem Abstand Maschinenbau. Zwei Drittel der Studierenden waren im Wintersemester 2010/11 an den Universitäten, pädagogischen und theologischen Hochschulen eingeschrieben. Ein knappes Drittel studierte an den Fachhochschulen, die übrigen an den Verwaltungsfach- und Kunsthochschulen. mit dpa