Das Nachrichtenmagazin "Focus" befragte jetzt nach eigenen Angaben alle 138 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Während vor einem Jahr noch 13 gesetzliche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erhoben hatten, waren es Anfang 2012 demnach nur noch acht Anbieter. Fast alle wollten den Zusatzbeitrag im Laufe des Jahres abschaffen.
Dem Bericht zufolge plant die KKH-Allianz ab März ohne den Extra-Beitrag, die DAK Gesundheit sowie die Betriebskrankenkassen (BKK) Advita und Phoenix von April an, im Juli wolle die BKK Merck folgen. Die Genehmigung dazu besitzen nach "Focus"-Informationen allerdings lediglich KKH-Allianz und Advita.
Der Umfrage zufolge ist bei neun Kassen die Finanzlage so gut, dass sie an ihre Mitglieder Prämien auszahlen. Im Vorjahr war dies bei sieben Kassen der Fall.
Die gesetzlichen Kassen können einen pauschalen Zusatzbeitrag erheben, wenn sie mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Den Beitrag müssen die Versicherten aus eigener Tasche zahlen. Krankenkassen, die einen Zusatzbeitrag eingeführt hatten, hatten teils erheblich Mitglieder verloren.
Auf Kassen kommen "erhebliche Mehrkosten" zu
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) rechnete allerdings damit, dass der Beitrag nach dem Wahljahr 2013 wieder eingeführt wird. Auf die Kassen kämen "erhebliche Mehrkosten" zu, sagte VZBV-Gesundheitsexpertin Ilona Köster-Steinbach vor einiger Zeit. So solle die Unterversorgung auf dem Land bekämpft werden, indem junge Mediziner mit mehr Geld aufs Land gelockt werden.
Die Finanzlage der Kassen hatte sich zuletzt wegen der guten Konjunktur und Einsparungen bei den Arzneimittelausgaben deutlich verbessert.In den ersten neun Monate des Jahres 2011 erzielten sie einen Überschuss von rund 3,9 Milliarden Euro. AZ, afp